Layers of Fear

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Layers of Fear

Beitrag von Hirschi » Mo 29. Feb 2016, 11:06

Layers of Fear ist ein psychologisches Indie-Horror-Spiel, das am 16. Februar 2016 für PC, PS4 und XOne erschien, davor war es längere Zeit als Early Access Game verfügbar. Es geht um einen Künstler, der sein viktorianisch angehauchtes Anwesen bei Nacht betritt und dabei weder Frau noch Kind vorfindet. Ziel ist es, sein Meisterwerk zu vollenden, dabei muss er sich seiner Vergangenheit stellen und begibt sich auf eine Odyssee durch seine Psyche.

Da es sich um ein Erkundungsspiel handelt, ist man fast die ganze Zeit damit beschäftigt, durch immer neue Räume zu irren und die Umgebung abzusuchen. Manche Gegenstände werden für das Vorankommen benötigt, andere (wie Briefe usw.) vertiefen die Story. Rätsel gibt es nur sehr, sehr wenige und wenn, sind diese total einfach zu lösen.

Auf jeden Fall herausragend ist das, was optisch geboten wird: Jeder Raum sieht thematisch anders aus und viele Kleinigkeiten lassen ihn lebendig erscheinen. Es kommt oft vor, dass sich etwas, wie ein Gemälde, verändert - mal, um das Spielgeschehen voranzutreiben, mal, um einfach zu beeindrucken. Das Game spielt oft mit dem "uncanny valley", einige Gemälde oder sonstige Konstruktionen sehen seltsam humanoid und "fratzenhaft" aus und vermitteln ein unheimliches Gefühl. Beispielsweise bin ich einmal auf ein speziell angerichtetes Konstrukt aus Kisten zugelaufen, die von Weitem wie ein verzerrter Mensch aussahen, das war schon cool. Oder ein Gemälde, das verschwimmt und sich verändert, wenn man es betrachtet. Oder ein Bett an der Decke.
Soundtechnisch macht das Game ebenfalls vieles gut. Man hört düsteres Pochen oder verzerrte Musik aus dem Grammophon, ein Schreien/Weinen in der Ferne, immer passend zur Thematik.

Layers of Fear hat sich dazu einiges von der P.T.-Demo abgeguckt. Man läuft eigentlich durch das immer selbe Haus, nur die Räume verändern sich stets. Wenn es scheinbar nicht weitergeht, muss man sich nur umdrehen und huch, wo ist denn die Tür hin? Das ist es, was das Game ausmacht: Stete Veränderung und damit verbundene Überraschungen.
Wirklich gruselig empfand ich es aber nicht. Es bietet zwar eine unheimliche Atmosphäre (durch die schon erwähnte verzerrte Optik und Akustik) und einige ganz gut platzierte Jump Scares, aber ein richtiges Angstgefühl hatte ich nie. Das lag insbesondere daran, dass es keine Bedrohung gibt - zwar kann man an einigen Stellen "sterben", aber man wacht dann einfach wieder einen Raum weiter auf.

Wem die offensichtlichen Schwächen* (sehr linear, wenig Gameplay, keine Bedrohung) nichts ausmachen und wem die Stärken (Erkundung, überraschende Entdeckungen, netter visueller Stil, unheimliche Atmosphäre) gefallen, kann ruhig zuschlagen. 20€ empfinde ich persönlich als zu viel für ca. drei Stunden Spielzeit (reines Durchspielen, nicht alle Collectibles), ich hatte im Sale 6€ bezahlt und das war okay.
(* Ob man das als "Schwächen" bezeichnen kann, muss jeder selbst entscheiden - Layers of Fear ist nun mal ein Erkundungsspiel, das auf andere Dinge Wert legt als manch anderes Horror Game)
Ich hätte zwar ein paar Verbesserungsvorschläge (z.B. mehr Rätsel, die auch Hirnschmalz fordern und Weglassen des dämlichen Pixel Huntings am Schluss), aber insgesamt war es eine nette Erfahrung mit schönen Überraschungen.
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Re: Layers of Fear

Beitrag von Hawk » Mo 29. Feb 2016, 21:06

Stimme dir in vielerlei Hinsicht zu. Das "Gameplay" ist eher pragmatisch und die Rätsel sind echt ein Witz. Da hätte man durchaus mehr draus machen können und somit das Spiel auch noch sinnvoll strecken können. In der Early-Access-Phase endete das Spiel nach gut zwei Stunden recht abrupt. Das "wahre Ende" gibt es jetzt wohl in der finalisierten Fassung. Von daher sind die drei Stunden für das komplette Spiel echt etwas dürftig.

Das Angstgefühl war bei mir allerdings sehr groß bzw. hatte ich beim Spielen oft eine Pause einlegen müssen. Das hatte ich zuletzt nur bei Outlast. Beide Titel leben von der ständigen Angst, dass gleich etwas passieren könnte und dem eigentlichen Horror, wenn die Befürchtung dann eintrifft. Das Resultat ist dann meistens noch kranker und abgedrehter als man es vermutet. Gerade Layers of Fear bedient sich vieler Horror-Klischees, überrascht dann aber doch durch innovatoive Einfälle. Bei Outlast kommt noch die Survival-Komponete hinzu, was dem ganze Gamplay etwas Komplexität verleiht. Für die Details hat man da weniger Zeit, während man Layers of Fear eher mit einer Geisterbahnfahrt vergleichen könnte.

Die Stärken liegen, wie du schon sagtest, eindeutig in der visuellen Präsentation. Grafisch macht das Spiel absolut was her und zusammen mit den Soundeffekten ist die Atmosphäre schon ziemlich erdrückend.
SPOILER:
Ein bisschen lachen musste ich bei der Stelle im Kinderzimmer, wo man die Spieluhr anschaltet und sich ein paar Runden im Kreis dreht. Die Puppe, die ihren Kopf immer wieder an das Bett schlug, hat mir den Rest gegeben. :mrgreen:
Von dem Videomaterial der P.T.-Demo war ich damals sehr angetan und daher kam mir als Nicht-PS4-Besitzer Layers of Fear sehr gelegen. Wer das will, bekommt damit eigentlich die perfekte Alternative.

Werde mich wohl zeitnah nochmal an das Spiel setzen und mal einige der Errungenschaften versuchen zu holen. Gibt eine für 1 Stunde lang ein Gemälde anstarren. Läuft! So kommt man dann auch auf 4 Stunden. :lol:

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Re: Layers of Fear

Beitrag von Hirschi » Mi 2. Mär 2016, 10:01

SPOILER:
Hawk hat geschrieben:Ein bisschen lachen musste ich bei der Stelle im Kinderzimmer, wo man die Spieluhr anschaltet und sich ein paar Runden im Kreis dreht. Die Puppe, die ihren Kopf immer wieder an das Bett schlug, hat mir den Rest gegeben. :mrgreen:
Hahaha, jaa! Das fand ich zwar unheimlich, aber auch total witzig.
Die Puppen fand ich eh unheimlich (sind "meine Clowns") und die Stelle war cool, als immer mehr Kinderpuppen erschienen, sobald man sich umdrehte.
Hawk hat geschrieben:Werde mich wohl zeitnah nochmal an das Spiel setzen und mal einige der Errungenschaften versuchen zu holen. Gibt eine für 1 Stunde lang ein Gemälde anstarren. Läuft! So kommt man dann auch auf 4 Stunden. :lol:
:lol:
Irgendwann möchte ich auch noch mehr holen. Hab nicht den Eindruck, alles verstanden zu haben. Und obwohl ich immer alles absuchte, fehlt mir doch einiges... übrigens ganz witzig: Wenn man 100 Schränke und Schubladen durchsucht hat, kriegt man die Errungenschaft "Angeregte Zwangsstörung" XD

Gabs Stellen, die du besonders mochtest oder gar nicht?
SPOILER:
Was ich besonders gut fand:
- die Bibliothek mit dem Gemälde, das dir Hinweise gibt und mit dem Grammophon, das man aufziehen muss
- ebenfalls dort, wo man bestimmte Türen durchquert und sich dann immer weiter oben befindet, dazu das "Time-Paradox" mit dem umgefallenen Bücherregal
- dass fast überall in den Schränken Alkohol stand (prooost!), hätte eigentlich nur noch eine Pulle Whiskey im Kinderbett gefehlt wie bei Homer Simpson
- die Stelle, wo es scheinbar nicht weiterging - man dreht sich um und plötzlich steht ein Gemälde vor einem (genauso wie die ähnliche Stelle mit den Türen)
- das umgedrehte Gemälde mit dem Kleinwüchsigen - ich weiß nicht wieso, aber dass es auf dem Kopf stand, hat es richtig unheimlich gemacht
- das mit den Puppen

Nicht so toll:
- das blöde Pixel Hunting am Schluss, mit dem Dame-Spielbrett (an der Stelle mit dem Grammophon habe ich etwas länger gesucht und irgendwann ging mir die Musik so aufn Zeiger :lol:)
- wie schon gesagt die kaum vorhandenen/zu einfachen Rätsel. Ich finde es eh schade, dass moderne Horror Games so wenig Rätsel zu bieten haben, dabei könnte man die doch so schön einbinden wie damals bei SH1-3 (dort gab es schöne Horror-Rätsel wie das Schachbrett mit den Leichen im Krankenhauskeller in SH3, oder das Rätsel mit den Gehängten in SH2)
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Re: Layers of Fear

Beitrag von Hawk » Mi 2. Mär 2016, 11:50

Hirschi hat geschrieben:
SPOILER:
Hahaha, jaa! Das fand ich zwar unheimlich, aber auch total witzig.
Die Puppen fand ich eh unheimlich (sind "meine Clowns") und die Stelle war cool, als immer mehr Kinderpuppen erschienen, sobald man sich umdrehte.
SPOILER:
Der große Puppenkopf, der durch die Tür blinzelt sobald man das Zimmer wieder verlassen möchte, hat mich dann doch ein wenig erschreckt. Obwohl es eigentlich klar war, dass so etwas noch passieren muss. Die Kinderzimmer-Szene war aber im Allgemeinen sehr stark bzw. habe ich sie noch gut im Gedächtnis.
Haha, die Errungenschaften sind schon echt witzig. Wäre auch cool, wenn sich das Gemälde beim Begutachten nach einiger Zeit minimal verändert oder das nach der einen Stunde etwas Gravierendes damit passiert. Wahrscheinlich sagt der Protagonist dann nur: „God... I have no life...“ :mrgreen:

Ja, die von dir genannten Stellen fand ich auch besonders genial. Grundsätzlich hatte ich durch die vielen Bilder stets das Gefühl beobachtet zu werden.
SPOILER:
Es gab noch einen Part, wo man in ein kleines Zimmer ging und nachdem man sich ein wenig dort umgesehen hatte, hört eman auf einmal Schritte von draußen. Irgendwann rüttelt dann noch etwas wie verrückt an der Tür. Das war schon echt fies und als die Luft dann wieder rein zu sein schien, hatte ich nicht wirklich das Bedürfnis das Zimmer wieder zu verlassen.

Das mit dem Alkohol ist mir auch aufgefallen. Gefühlt waren die meisten Jumpscares auch die, bei denen man Schnaps- und Weinflaschen umstößt. :lol:

Silent Hill ist wirklich das beste Beispiel dafür, wie man anspruchsvolle Rätsel in ein Horror-Game integriert. Die „Rätsel“ in Layers of Fear hätte man auch ganz weglassen können, so offensichtlich waren die manchmal. „Oh, auf dem Gemälde erscheinen drei Zahlen... und da liegt eine mit einem Zahlenschloss versehene Truhe.“ BRAINFUCK!!!

Letztes Jahr an Halloween gab es ja Zugang zum Keller (gleich zu Beginn im ersten Kapitel), in welchem man ein Rätsel lösen sollte. Ich weiß nicht, ob das in der finalen Version des Spiels auch noch möglich ist, aber das war gar nicht so einfach. Ich hab’s aus Zeitgründen dann nicht gelöst. Man war in einem Raum eingesperrt und in der Mitte Stand ein Quija-Brett. Ziel war wohl den Raum wieder zu verlassen.

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Re: Layers of Fear

Beitrag von Hirschi » Sa 2. Jul 2016, 17:38

Für Layers of Fear wurde ein DLC angekündigt! Dieser trägt den Titel "Inheritance", wird am 02. August für alle Systeme erscheinen und 5€ kosten. Man wird das Haus des Malers mit seiner Tochter erkunden. Die Entwickler versprechen einen ähnliche Erfahrung wie im Hauptspiel, außerdem gibts zwei Enden.
Quelle + Trailer: http://www.4players.de/4players.php/spi ... ndigt.html
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Re: Layers of Fear

Beitrag von Aerias » Sa 2. Jul 2016, 21:14

Ich warte darauf, dass das Hauptspiel mal 5€ kostet....
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Re: Layers of Fear

Beitrag von Realmatze » So 3. Jul 2016, 16:33

Lohnt es sich denn? Hatte es schon so oft im Einkaufswagen..
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Re: Layers of Fear

Beitrag von Hirschi » Do 28. Jul 2016, 08:33

Die Erweiterung "Inheritance" wird am 02. August für alle Systeme erscheinen und 5€ kosten.
Quelle: http://www.4players.de/4players.php/spi ... ugust.html
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Re: Layers of Fear

Beitrag von Hirschi » Sa 27. Okt 2018, 08:41

Layers of Fear 2 angekündigt!
Bestätigt ist, dass Layers of Fear 2 auf einem alten Kreuzfahrtschiff spielen wird und sich um einen Star der Stummfilm-Ära dreht, dessen Karriere zu Ende geht. Die sich ständig verändernde Levelarchitektur des Vorgängerspiels kehrt zurück. Außerdem wollen die Entwickler Einflüsse der Kino-Geschichte ins Spiel übernehmen, von den experimentellen Werken des frühen Kinokünstlers Georges Méliès bis zu den Wendungen, die wir von Alfred Hitchcock kennen.
Einen Release-Termin gibt es noch nicht.
Quelle & Trailer: https://www.gamestar.de/videos/layers-o ... 97605.html
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