Psychische Erkrankungen in Games

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Psychische Erkrankungen in Games

Beitrag von Hirschi » Fr 11. Aug 2017, 08:29

Dank Hellblade: Senua's Sacrifice ist das Thema momentan in aller Munde: Psychische Erkrankungen in Games und wie diese dargestellt werden.

Was haltet ihr von dem Thema, Interesse oder nicht? Findet ihr, dass psychische Erkrankungen gerne öfter in Games thematisiert werden sollen? Und welche Games fallen euch dazu ein?

Hier drei Beispiele:

The Town of Light (PC, PS4, XOne)
Ein Walking Simulator vom italienischen Entwickler LKA. Es geht um die junge Renée, die wegen ihrer Verhaltensauffälligkeit in eine italienische Anstalt der 1940er Jahre eingewiesen wird. Durch zahlreiche historische Fakten erhält man einen Einblick in das Leben psychisch Erkrankter zu jener Zeit, und der ist erschreckend.

The Cat Lady (PC)
Das Adventure beginnt mit dem Selbstmord von Susan Ashworth. Doch ihr Suizid ist nicht die Endstation, sie erhält von der "Queen of the Maggots" eine zweite Chance im Sinne einer Aufgabe, sich um mehrere böse Menschen ("Parasiten") zu kümmern. Im Laufe des Spiels erfährt man, wie die depressive Susan ihre Umwelt sieht, was der Grund für ihren Suizidversuch war und wie sie in Zukunft damit umgeht.

Tender Loving Care (auch: Die Versuchung, PC)
Dieses Adventure ist keines im klassischen Sinn; es müssen keine Rätsel gelöst werden, sondern viele persönliche Fragen beantwortet werden, die dann zu einem der mehreren Enden führen. Es geht um ein Ehepaar, das ihre junge Tochter verloren hat und beide auf verschiedene Weisen damit umgehen.
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Re: Psychische Erkrankungen in Games

Beitrag von adventureFAN » Fr 11. Aug 2017, 14:03

Schwierig... gerade The Cat Lady find ich richtig zermürbend, macht absolut keinen "Spaß" das Spiel zu spielen. Hab wirklich schon mehrmals angefangen, aber ich krieg es einfach nicht zu Ende, weil es mich echt depri macht.

Hellblade dagegen ist einfach nur interessant. Klar, es macht auch nicht wirklich "Spaß", aber es deprimiert wenigstens nicht.

Aber prinzipiell finde ich solche Spiele vollkommen berechtigt und wichtig um das Medium voranzubringen. Damals haben noch alle über Dear Esther gelacht, aber ich ahnte schon damals, dass dieses "Experiment" die Spielewelt auf ein anderes Niveau hieven wird (oder zumindest das es viel Inspiration bieten wird). Es geht nicht mehr nur ums Gameplay, sondern um die Erfahrung... ich liebe es <3
Zuletzt geändert von adventureFAN am Fr 11. Aug 2017, 14:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Psychische Erkrankungen in Games

Beitrag von Aerias » Fr 11. Aug 2017, 14:08

Spiele sind denke ich auch ein sehr gutes Medium, solche Probleme den Leuten nahe zu bringen und verständlich zu machen.
Viele schauen immer noch weg oder kümmern sich nicht darum, weil sie es nicht verstehen.
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Re: Psychische Erkrankungen in Games

Beitrag von Hawk » Fr 11. Aug 2017, 17:55

Psychische Erkrankungen sind allgegenwärtig und werden leider viel zu häufig unterschätzt oder missachtet.

Der Grund liegt möglichweise in der Tabuisierung solcher Themen. Nicht zuletzt auch weil die Ursachen solchen Erkrankungen meist sehr komplexer Natur sind und für den außenstehenden „gesunden“ Menschen nur schwer greifbar erscheinen mögen. Wenn Videospiele dazu beitragen den Menschen dahingehend zu sensibilisieren, ist das sicherlich eine gute Sache.

Andererseits ist eine solche Thematik infolge der eben genannten Tabuisierung, ein riskanter, wenn auch mutiger Schritt des Spieleentwicklers. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema ist nur möglich, wenn man dabei authentisch bleibt. Selbst wenn das den Spieler möglichweise verstören wird. Genau diese Ernsthaftigkeit des Spiels sollte dabei letztlich auch vom Spieler erwartet werden, der solch ein Spiel sicherlich nicht mal eben zwischendurch zum Zeitvertreib zockt.

Nach einem stressigen Arbeitstag habe ich ehrlich gesagt keine Lust, mich auf ein solches Spiel einzulassen. Da ist man froh, wenn man mal abschalten und für einen Moment der Realität entfliehen kann. Heißt natürlich nicht, dass ich mich grundsätzlich Spielen mit tiefgründigen Inhalten verschließe.

Gerade in Kriegspielen fehlt mir dann doch manchmal ein gewisser Anspruch. Einen Helden mit einer PTBS erlebt man da beispielsweise selten.

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Re: Psychische Erkrankungen in Games

Beitrag von Realmatze » Fr 11. Aug 2017, 21:07

Hawk hat geschrieben:Gerade in Kriegspielen fehlt mir dann doch manchmal ein gewisser Anspruch. Einen Helden mit einer PTBS erlebt man da beispielsweise selten.
Ich hab es zwar nie gespielt, aber genau hierfür soll Spec Ops The Line ja sehr gut sein.
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Re: Psychische Erkrankungen in Games

Beitrag von Aerias » Sa 12. Aug 2017, 09:28

Realmatze hat geschrieben:
Hawk hat geschrieben:Gerade in Kriegspielen fehlt mir dann doch manchmal ein gewisser Anspruch. Einen Helden mit einer PTBS erlebt man da beispielsweise selten.
Ich hab es zwar nie gespielt, aber genau hierfür soll Spec Ops The Line ja sehr gut sein.

Ich wollte es grad auch einwerfen. Habs gespielt und finde es als Umsetzung auf jeden Fall interessant.
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