AKIRA

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AKIRA

Beitrag von Hirschi » Mi 16. Feb 2011, 23:01

AKIRA ist, seit ich mir die Mangas gekauft habe, mein absoluter Lieblingsmanga :) Ich bin früher nur zufällig auf den Film gestoßen, hatte die VHS (mit englischer Synchro und meiner Meinung nach der einzige Anime, der sogar auf englisch gut klingt, das war aber die erste Fassung) und als ich dann endlich mal etwas Kohle über hatte, habe ich mir die dicken Telefonbuch-Mangas geholt.

Im alten Forum hatten wir auch einen Thread (den Eingangspost kopiere ich hier rein), wer ihn lesen möchte:
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Hier der alte Post:

Handlung:
    Im Jahre 2019 befinden sich viele Städte wie Neo-Tokyo noch im Aufbau. Vor genau 31 Jahren brach der dritte Weltkrieg und damit eine Welle der Zerstörung in der damaligen Großstadt-Metropole Tokyo aus, viele Großstädte wurden dem Erdboden gleich gemacht. In dieser Welt lebt der 15-jährige Kaneda, der Anführer einer Motorrad-Gang ist, diese haben den ganzen Tag nichts besseres zu tun, als schlicht weg einfach "Unfug" zu machen: Sie gehen nicht bzw. kaum zur Schule und wenn sie dort sind, stören sie den Unterricht, bekriegen sich mit rivalisierenden Gangs und nehmen Drogen, sogenannte "Liebesperlen", eine Art Speed, die sich in dieser Zeit jeder kleine Apotheker mit den richtigen Substanzen mischen kann. Alles ändert sich, als Kanedas Freund Tetsuo mit seinem Motorrad einen kleinen Jungen mit greisenhaften Gesichtszügen rammt und ins Krankenhaus geliefert wird. Als er ausbricht, werden seine neu entwickelten, medialen Fähigkeiten erweckt, mit denen er wie durch Zauberhand Gegenstände bzw. Personen bewegen oder einfach zerstören kann. Die Forscher, die ihn behandeln, erhoffen sich eine ähnliche bzw. größere Kraft, wie es schon bei Akira vor 31 Jahren der Fall war...
    In genau diese Geschichte wird Kaneda gestürzt. Er lernt Leute diverser Untergrundorganisationen kennen, wie die schöne Kei, die es sich zur Aufgabe gemacht haben gegen den gefährlichen Wissensdrang der Forscher anzukämpfen und somit eine weitere Katastrophe verhindern wollen. Doch wer oder was ist überhaupt Akira und was hatte er mit dem dritten Weltkrieg zu tun?

Soweit eine kleine Einführung des Films von mir. Der Film erschien 1987/1988 und sticht auch heute noch durch seine Bildgewalt hervor. Alles ist sehr detailliert gezeichnet, die neue Metropole Neo-Tokyo, mit all seinen schönem Glanz und Ghettos wird hier perfekt dargestellt. Besonders ist auch das Design der Charaktere, denen besonders viel Mimik und Gestik zutage gebracht wurde. AKIRA war auch einer der ersten Anime, der sich durch seine düstere Stimmung und der Brutalität von klischeehaften "Kleinkinder-Zeichentrickserien" hervorheben konnte und wurde auch endlich im Westen von erwachsenen Zuschauern anerkannt. AKIRA kam sogar im Kino (auch bei uns!).

Der Manga, der von 1982 bis 1990 von keinem geringeren als Katsuhiro Otomo fertig gestellt wurde, ist sehr viel komplexer und tiefgründiger gestrickt als der 120 Minuten lange Film. Viele Personen haben eine andere Bedeutung und der Film geht auch sehr viel anders aus. Da ich davon ausgehe, dass die meisten hier eher den Film als den Manga kennen, liste ich die (hoffentlich alle) Unterschiede aus dem Manga auf.

    - Handlung läuft im Jahre 2030, nicht 2019
    - der dritte Weltkrieg brach 1991 aus, nicht 1988
    - alle Charaktere, v.a. Kaneda und Tetsuo, verhalten sich böser und machohafter als im Film
    - Tetsuo lernt Kaori erst später kennen, sie ist die einzige der Mädchen, die er nicht vergewaltigt und für die er etwas wie Liebe empfindet
    - Kaneda besitzt nicht von Anfang an sein für ihn charakteristisches, stechend rotes Motorrad
    - der Junge Akira erscheint nicht erst am Ende, wie im Film: Akira wird bereits im zweiten Band erweckt und muss auch nicht von den Toten geholt werden
    - nach Erwachen von Akira wird Neo-Tokyo (mal wieder) dem Erdboden gleich gemacht, viele sterben und es wird ein neues Reich von Tetsuo und seinen Anhängern gegründet, das "Große Tokyoter Reich", eine Diktatur
    - Kaneda und Kei kommen hier ganz sicher zusammen, im Film wird dies nur angedeutet
    - viele Charaktere, wie die Priesterin Miyako, haben eine andere Bedeutung
    - es tauchen weitaus mehr Kinder mit medialen Fähigkeiten auf als im Film, im Film sind es nur drei (mit Akira vier), im Manga unzählige
    - allgemein kann der Manga als noch düsterer als der Film angesehen werden
    - das Ende vom Film ist mehr oder weniger offen, im Manga wird genauer abgeschlossen

Da AKIRA nicht den typischen Manga-Style hat und sich eher an realistische Züge hält, dürfte der Film auch für Manga-Hasser interessant sein. Interessant ist vielleicht noch hinzuzufügen, dass der amerikanische Manga extra coloriert (!!!) wurde und dieser zuerst auch bei uns erschien, jedoch wurde im Jahr 2001 eine neue Auflage des Mangas bei uns herausgebracht, in der alle 2000 Seiten in sechs dicken Bänden (leider immer noch gespiegelt, jedoch diesmal in schwarz-weiß) wieder gegeben wurden. Ich habe den Manga und habe noch nie etwas besseres gelesen.

Übrigens: AKIRA wird verfilmt... jaaa angeblich sogar von James Cameron. Würg! Das hier ist aber lustig:
http://www.youtube.com/watch?v=jafd97yJFOI
Und ich glaube, genauso wird es sein :lol:

Leider ist AKIRA sehr unbekannt, selbst unter Manga-Fans, echt schade. Kennt jemand den Manga oder wenigstens den Film?
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Re: AKIRA

Beitrag von Hawk » Do 24. Mär 2016, 11:19

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Im September diesen Jahres soll eine neue, komplett farbige Auflage von AKIRA erscheinen. Das ganze Bundle ist auf 1.991 Exemplare limitiert und soll 199,10 € kosten.

Recht stattlicher Preis, auch wenn die Seiten koloriert sein sollen. Behalte ich auf jeden Fall im Auge.

Quelle: https://www.carlsen.de/softcover/akira- ... -box/74162

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Re: AKIRA

Beitrag von Hirschi » Di 29. Mär 2016, 08:34

Ich hätte gerne eine Neuauflage, die sich mehr am Original orientiert. Also ungespiegelt, ohne eingefärbte Seiten bzw. ohne s/w-Kopien der Farbseiten und besserer Übersetzung :/
Lacht einen aber schon an. Der Manga ist eh sooo geil! Vor einigen Monaten habe ich ihn wieder mal gelesen und bin jedes Mal aufs Neue begeistert.

Habe übrigens den Film in japanischer Synchro nachgeholt und konnte meinen Ohren kaum trauen. In der deutschen Tonspur fehlen ganze Töne im Soundtrack :shock: Das hört man ganz besonders bei diesem Lied (z.B. in der Szene, in der Tetsuo die Clowns verfolgt); in der deutschen Tonspur hört man die ganzen höheren Klänge gar nicht. Echt seltsam...
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Re: AKIRA

Beitrag von Hawk » Di 29. Mär 2016, 17:44

Ganz genau das habe ich auch gedacht. Kann doch nicht so schwer sein oder? Carlsen bedient sich da wohl wieder am amerikanischen, kolorierten Material. Ist zwar sicherlich ganz nett anzusehen, aber für einen Manga doch eher untypisch. War damals vielleicht aus finanzieller Sicht die richtige Entscheidung, aber diese ganze Verwestlichung asiatischer Medien (ob Film oder Manga) ist gegenwärtig eher ärgerlich.

Gerade bei einem angeblichen Meisterwerk wie AKIRA ist eine angemessene Veröffentlichung eigentlich fast überfällig. Das mit der Leserichtung hat man ja bei "Sailor Moon" auch erst kürzlich ganz fabelhaft hinbekommen.

Das mit dem Soundtrack ist wirklich strange. Kennt man ja, dass aus rechtlichen Gründen Soundtracks für den europäischen Markt geändert werden müssen, aber das einfach bestimmte Töne entfallen, ist absurd. :?

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