Star Wars: Knights of the Old Republic (PC)

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C. Shadow
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Star Wars: Knights of the Old Republic (PC)

Beitrag von C. Shadow » Mi 30. Mär 2011, 01:20

Ein Review von C. Shadow
Getestet am PC


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Star Wars: Knights of the Old Republic
Genre: Sci-Fi-Rollenspiel
USK: 12
Entwickler: BioWare
Publisher: LucasArts
Sprache: Komplett auf Deutsch
Inhalt: 4 CDs, Handbuch
Release: Dezember 2003
Preis: ca. 20€ (eBay)
Schwierigkeitsgrad: Frei wählbar

Mindestvoraussetzungen:
Windows XP
Pentium III 1,0 GHz oder besser
32 MB OpenGL 1.4 kompatible Grafikkarte
128 MB RAM
CD-ROM-Laufwerk
4 GB freier Speicherplatz


"Die Rollenspiel-Bedrohung"
Bioware ist im Jahre 2003, dem Erscheinungsdatum von Star Wars: KotOR, sicher kein Fremdwort mehr. Die Spieleschmiede aus Kanada war bis dahin bereits an Rollenspielen wie Baldur's Gate I und II sowie Neverwinter Nights bekannt. Besonders Baldur's Gate II erhielt in der Fachpresse sehr positive Resonanz aufgrund des gewaltigen Umfangs, den Eingriffsmöglichkeiten des Spielers in die Handlung und der erstaunlichen Atmosphäre.
Mit Neverwinter Nights wollte Bioware diesem Pfad folgen und das Dungeons & Dragons (D&D)-System erweitern. Während Baldur's Gate I und II noch das AD&D-Regelwerk (Advanced D&D) verwendete, griff man in Neverwinter Nights auf das D20-System zurück, das neuere System des bekannten Pen & Paper-RPG-Regelwerks. Neverwinter Nights, im Jahre 2002 erschienen, war wieder ein Erfolg für Bioware, auch wenn die Begeisterung nicht ganz so groß war wie nach Baldur's Gate II.
Nach diesem nächsten Erfolg werkelte Bioware an einer neuen Engine, die auf der Aurora-Engine von Neverwinter Nights basiert, mit dem Namen Odyssey. Auf der Basis dieser Engine wurde dann ein erstes Star Wars-Rollenspiel entwickelt: Star Wars: Knights of the Old Republic. Mitte des Jahres 2003 erschien Star Wars: KotOR für die Xbox und Bioware bekam allein schon für das Xbox-Release überwältigende Resonanz. Am Ende des Jahres wurde Star Wars: KotOR dann für den PC veröffentlicht. Auch Mac-User haben seit 2004 die Chance, das Spiel zu genießen.

Wie der Titel vermuten lässt, hat Star Wars: KotOR nicht viel mit der Neuen Republik aus den Kinofilmen zu tun. Es spielt 4000 Jahre vor Star Wars Episode IV und die Begriffe Jedi und Sith sind bereits in dieser Zeit mehr als gängig. In den Mandalorianischen Kriegen, die für die Republik hart und verlustreich waren, wandten sich die beiden Jedi Revan und Malak gegen den Jedi-Orden und mischten sich im Krieg ein. Nachdem die Republik diesen Krieg gegen die Mandalorianer gewann, verschwanden die beiden Jedi spurlos. Jahre später kehren sie zurück, als Sith und mit einer gewaltigen Flotte.
Die angeschlagene Republik muss sich nun gegen diese Übermacht stellen und ein neuer Krieg bricht aus. Einer jungen Jedi Bastila gelingt es dennoch, Darth Revan in einer Schlacht zu bezwingen und gefangen zu nehmen, bis Darth Malak aus einem anderen Schiff seinen Meister verrät und Revans Schiff unter Beschuss nimmt. Dabei kommt Darth Revan um, Bastila kann flüchten und Darth Malak wird zum neuen Sith-Lord. Einige Zeit später erwacht der Spieler in einem republikanischen Raumschiff über dem Planeten Taris, das von den Sith angegriffen wird. Anscheinend ist die Jedi Bastila ebenfalls auf dem Schiff, somit hat dieser Angriff durchaus seine Berechtigung.

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Screenshot #1: Der Sith-Lord Darth Malak droht seinem Untergebenen
Screenshot #2: Ein heftiger Kampf gegen mehrere dunkle Jedi in der Stadt Anchorhead


Soviel sei erst einmal zur Story gesagt, die Geschichte entwickelt sich je nach den Entscheidungen des Spielers immer weiter. Im Verlauf der Handlung lernt man neue Mitstreiter mit eigenen Hintergrundgeschichten kennen, muss einige Verluste hinnehmen und wird durch einige Überraschungen wachgerüttelt. Star Wars: KotOR ist Star Wars durch und durch, was die Handlung angeht. Wer die Filme schon mag, wird sich hier wohl fühlen denn viele Passagen und Dialoge im Spiel erinnern an die Filme. Wichtig ist noch, dass Star Wars: KotOR auf zwei Wege beendet werden kann, je nachdem, ob man sich der dunklen oder hellen Seite anschließt.
In den zahlreichen Dialogen des Spiels kann man immer eigene Entscheidungen treffen um entsprechende Situationen zu lösen, doch muss der Spieler immer mit den Konsequenzen leben. Alles in Einem ist die Story von Star Wars: KotOR filmreif, ist sehr umfangreich was Hintergrundgeschichten angeht und spannend bis zum Ende. Wer sich jedoch kaum um nebensächliche Dinge in Star Wars: KotOR kümmert und sich nur auf die Haupthandlung fixiert, vermisst vielleicht hier und da noch ein paar Verzweigungen.

"Angriff der schwingenden Lichtschwerter"
Für die verwöhnten Augen der heutigen HD-Grafik ist Star Wars: KotOR in erster Linie etwas ungewohnt. Doch ich erinnere mich noch heute an den Tag, als ich das erste Mal Star Wars: KotOR beim Release gestartet habe und erst einmal gestaunt habe. Die Hintergrundgrafiken passen perfekt in die Umgebungen, die mit passenden Texturen belegt sind. Auch heute gewöhnt man sich schnell an die verstaubte 3D-Grafik, die immer noch einiges zu bieten hat.
In erster Linie sind da die Effekte, die ich ganz besonders loben muss. Ist man im Kampf, geht es auch schon richtig zur Sache: Rote Blastergeschosse, blitzende Klingen, Explosionen, Flammen, hier wird einiges geboten und ist nach wie vor sehenswert. Ganz besonders schön sind die Lichtschwertgrafiken. Die Waffen der Jedi stehen den Filmen in nichts nach und wirken bei jeder einzelnen Bewegung filmreif, besonders bei Kämpfen zwischen Jedi und Sith sind die Lichtschwert-Effekte nicht ohne. Aber auch Monster, die sich der Heldengruppe in den Weg stellt, wurden gut durchdacht und gestaltet.

Star Wars: KotOR besteht zweifellos nicht nur aus Kämpfen. Erforschung der Umgebung und Dialoge sind ebenfalls ein großer Bestandteil des Rollenspiels. Hier sind die Effekte ebenfalls schön, von den Reflexionen des Lichts auf speziellem Untergrund, Wasseranimationen und einem stimmigen Schattenwurf stimmt so ziemlich alles. Generell sind die Animationen in der Regel flüssig, stocken selten und sorgen so für eine ausgezeichnete Kampferfahrung.
Das einzige, was es an der Grafik zu bemängeln gilt (damals wie heute) sind die Charaktere, in erster Linie humanoide. Diese sind leider noch etwas eckig geraten, doch das war damals ohnehin noch in vielen Spielen Standard, kein Grund zur Sorge also. Eher störend sind die Charaktergrafiken der NPCs, die nicht wirklich viel Abwechslung bieten. Einige Gesichter sieht man im Verlauf der Story und Nebenquests sicher bis zu zehn Mal, auch wenn man sie aufgrund der Situation immer wieder anders beurteilt. Das ist so ziemlich der einzige Einschnitt, was Optik (für Rollenspiel-Maßstäbe) in Star Wars: KotOR angeht.

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Screenshot #3: Am Ende des Spiels nimmt die Anzahl der Kämpfe gegen dunkle Jedi brutal zu
Screenshot #4: Eine schöne Aussicht auf einem der zahlreichen Planeten in Star Wars: KotOR


"Die Rache der schallenden Blastergewehre"
Wer die Star Wars-Filme schätzt, ist sicher auch mit John Williams unverwechselbaren Soundtracks vertraut. Das Action-Adventure Star Wars: Jedi Knight II (2002, basierend auf der Quake 3-Engine) benutzte beispielsweise viele Stücke aus den alten Star Wars-Streifen. Star Wars: KotOR wiederum kommt hier fast komplett ohne Filmmusik aus, lediglich die Hauptmelodie im Intro und die Endings sind tatsächlich von John Williams. Im sonstigen Soundtrack findet man hier und da ein paar musikalische Anspielungen auf Filmstücke.
Nunja, der eine oder andere denkt sicher: "Ohne John Williams kein Star Wars!" Auch ich war anfangs etwas skeptisch, als ich mit dem Soundtrack konfrontiert wurde. Doch ich wurde eines Besseren belehrt, der Soundtrack von Star Wars: KotOR ist eine der größten Stärken des Spiels! Vom Musikstil kann man es ab und an tatsächlich mit Neverwinter Nights vergleichen, natürlich deutlich filmreifer und weniger Fantasy-lastig. Komponiert wurde der Soundtrack von Star Wars: KotOR von Jeremy Soule, der auch bereits für Stücke aus Neverwinter Nights und The Elder Scrolls III: Morrowind verantwortlich war.

Die Musik aus dem Menü und der Sith-Tempel erinnert dabei wirklich an Dungeons aus den eben genannten Rollenspielen, passt dennoch auch perfekt in ein Sci-Fi-RPG. Auch epische Songs wie die Theme der Alten Republik oder Darth Malak's Theme finden im Soundtrack ihren Platz und brauchen sich vor den Musikstücken der Filme nicht verstecken. Hektischer geht es natürlich in den Kämpfen zu und je nach Region gibt es dafür etliche Werke vom Komponisten. Die herausragendsten sind hier die Kampfthemes aus Dantooine, Tatooine oder der Sternenschmiede.
Die Begleitmusik zu den ruhigeren Gegenden im Spiel, wie den größeren Städten, sind ein weiteres großes Plus des Soundtracks. Wer mit einem staunenden Gesicht durch die Straßen von Manaan oder Taris gelaufen ist, wird verstehen was ich meine. Aber auch die Themes zu wilderen Regionen wie Kashyyyk, der Heimat der Wookies oder den Tatooine-Dünen untermalen die Atmosphäre perfekt.

Nun, ich könnte mich noch Stunden über den Soundtrack austoben, aber an dieser Stelle widme ich mich lieber der Soundkulisse und der Synchronisation, wenn es schon um Audio geht. Zur Soundkulisse kann ich eigentlich vieles aus dem vorherigen Absatz über die Effekte zitieren: Großartiges Kino. Laute Blastergeschosse, schwingende Lichtschwerter und Explosionen ertönen allesamt genau zur richtigen Zeit. Auch Umgebungsgeräusche, die man nur bedingt warnimmt, erfüllen ihren Zweck und in den entsprechenden Räumlichkeiten kommt auch ein Hallen der Effekte bzw. Stimmen auf. Hier hat man sich Mühe gemacht.
Die Synchronisation wiederum ist ein zweischneidiges Schwert. Die meisten Charaktere sind meiner Meinung nach toll vertont und man hört ihnen gerne zu. Lediglich ein paar Humanoide haben die selbe Stimme, z. B. Darth Malaks Diener. Wo die Wiederholung wirklich oft einsetzt, sind die Alien-Stimmen. Aber andererseits: Wer hört sich das schon großartig an? Man liest ohnehin die Untertitel dazu, meistens passen die Alien-Stimmen ohnehin zur jeweiligen Gemütslage.

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Screenshot #5: Der Held, bereits von der dunklen Seite verzehrt, und Carth im Cockpit der Ebon Hawk
Screenshot #6: Sein Raumschiff, die Ebon Hawk, muss man öfter gegen angreifende Sith-Raumschiffe verteidigen


"Eine neue Atmosphäre"
Wie im vorherigen Abschnitt schon erwähnt, reist man im Verlauf der Geschichte irgendwann nach Taris oder Manaan. Beim ersten Durchspielen hatte ich damals Gänsehaut, wie ich sie nur in Spielen ganz selten habe. Diese Atmosphäre, die Star Wars: KotOR stellenweise hat, ist meiner Meinung nach unerreicht. Die Städte wirken belebt und authentisch, es gibt viele - mehr oder weniger alltägliche - Situationen, die es zu bewältigen gibt: Betrunkene aufhalten, sich in Schlägereien einmischen, Mordfälle aufklären und viele mehr. Jede dieser Aktionen hat je nach Ausgang einen Einfluss auf die Gesinnung des Charakters. So wird sich das Aussehen des Helden irgendwann ändern, wenn er z. B. viele Unschuldige tötet. Doch das hat auch immer Konsequenzen: Für seine Handlungen wird man später manchmal noch angesprochen. Genau das macht Star Wars: KotOR aus, der Spieler fühlt sich wirklich exakt in die Rolle des Helden ein.

Um mal ein konkretes Beispiel zu nennen: Man betritt ein Büro auf Tatooine und legt sich dort mit den wütenden Gamorreanern an (vgl. Screenshot #8). Man hat die Wahl, alles friedlich zu lösen oder ihnen direkt zu drohen. Droht man ihnen, verschwinden sie, da sie in der Stadt keinen Ärger wollen. Doch ist man irgendwann weiter in den Dünen von Tatooine, stellen die Gamorreaner eine Falle und sprechen die Truppe noch einmal auf die Drohung an. Auch hier kann man die Situation auf zahlreiche Wege lösen: Man kann sich entschuldigen, den Geist der Gamorreaner mit der Macht beeinflussen (man erinnere sich an Ben Kenobis Geistestrick aus Star Wars Episode IV) oder sie ohne Umwege töten. Letzteres gibt natürlich Dunkle Seite-Punkte. Das ist nur eine der etlichen Momente, in denen man eine Wahl treffen kann. Dabei komme ich noch auf einen weiteren Aspekt, nämlich die Dialogführung. Diese ist in Star Wars: KotOR makellos, da sie weder zu kompliziert noch zu simpel ist.
Man versteht die Möglichkeiten im Dialog immer (was beispielsweise in Biowares Mass Effect nicht immer der Fall ist), viele Gespräche sind humorvoll oder gehen anderweitig unter die Haut. Sogar als Held hat man öfter die Wahl, ziemlich alberne Sprüche von sich zu geben. Wer zur Jedi Bastila folgendes sagt, wird von ihr nicht gerade geschätzt: "Wer ich bin? Ich bin ein Hutte in Menschengestalt, der die Republik stürzen will!". Aber auch ernste Situationen kommen beim Spieler gut an, da die Akteure mit der entsprechenden Gestik auf Situationen reagieren.

Auch um noch einmal auf die Städte Taris und Manaan zurückzukommen: Besonders die beiden Orte blieben bei mir hängen weil dort einfach alles stimmt. Viele verrückte, amüsante Situationen, bildhübsche Sci-Fi-Umgebungen und der beruhigende Soundtrack ergeben hier ein Spielerlebnis, das man so schnell nicht wieder vergisst. Gerade Star Wars-Fans sollten sich in vielen Plätzen in Star Wars: KotOR sehr heimisch fühlen. An letzter Stelle möchte ich hier noch die Rätsel erwähnen, die das Spiel bietet. Da man sich nicht nur durch Gegnermassen kloppt, wird durch Rätsel eine Abwechslung geboten, die mehr als gelungen ist. Viele Rätsel sind logisch, so hat man oftmals Zahlenrätsel am PC vor sich oder logische Aussagen, in denen man einen Widerspruch finden muss. Wer im logischen Denken jedoch nicht ganz so fit ist, muss sich keine Sorgen machen: In fast allen Fällen kann man die Rätsel auch umgehen, zum Beispiel durch Überredungskunst (was jedoch Glück erfordert) oder durch Kämpfe.

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Screenshot #7: Die Oberstadt von Taris gehört schon zu den beeindruckendsten Plätzen
Screenshot #8: Die streitsüchtigen Gamorreaner dürften seit Star Wars Episode VI vielen bekannt sein


"Das pausierbare D20-Kampfsystem schlägt zurück"
Bioware setzt schon seit ihrem Debüt mit Baldur's Gate dafür bekannt, die Regeln des Pen & Paper-RPGs (Advanced) Dungeons & Dragons einzusetzen. Auch wenn Star Wars: KotOR nichts mit der Welt von D&D zu tun hat, wird hier auf das Regelwerk zurückgegriffen. Sprich: Wer Neverwinter Nights, Baldur's Gate oder Icewind Dale gespielt hat, wird sich hier schnell zurecht finden. Einschränkungen gibt es dennoch, da die Massen an Zauber oder Items aus D&D hier natürlich nicht existieren. Dafür verwendet Star Wars: KotOR eigene Werte und Fertigkeiten, die jedoch vom System her ganz auf den D20-Regeln basieren. So läuft das Kampfsystem rundenbasiert ab und jeder Angriff besteht aus mehreren Würfen (ob man trifft, Schadenswurf, usw.) und das gilt für viele Fähigkeiten. Somit ist einiges von dem Wurf eines virtuellen Würfels abhängig. Umso besser eine Fertigkeit ausgebaut ist, desto höher ist der Wurf.
Diese Würfe basieren auf einem 20-seitigen Würfel (deshalb D20) im Gegensatz zum AD&D-Regelwerk (Baldur's Gate), wo es D6-Würfe gab. Um das noch einmal genauer vor Augen zu führen, wo man diese Würfe überall braucht: Will man zum Beispiel ein Schloss knacken, benötigt man einen Charakter mit der Fähigkeit "Sicherheit". Ob man dies schafft, hängt vom Wurf des D20 ab und von dem Wert, den der Charakter auf Sicherheit hat. Ist ein Wert auf 0, hat der Charakter wiederum die Fähigkeit gar nicht. So funktioniert das auch mit Machtkräften, die zum Beispiel auch durch "Machtimmunität" fast komplett geblockt werden können.

Allerdings soll man sich da keine Sorgen machen, man muss das D20-Regelwerk nicht verstehen um Star Wars: KotOR genießen zu können. Das meiste läuft ohnehin im Hintergrund ab, dass man nur brav seine Werte nach jedem Levelaufstieg verteilen muss und seine Fähigkeiten sinnvoll nutzt. Ansonsten lässt sich noch so einiges über das Kampfsystem sagen. Der Schwierigkeitsgrad war in bisherigen Bioware-Rollenspielen teilweise schon immer knackig und Star Wars: KotOR macht da stellenweise keine Ausnahmen. Wenn man es auf Leicht stellt, ist es für unerfahrene Rollenspieler gut machbar. Auf Normal hingegen können einige Bossgegner schon schwierig sein und der letzte "Dungeon" ist eine Herausforderung. Geht die Truppe dort nicht stark ausgerüstet hinein, kann man gleich wieder einen alten Spielstand laden. Wie in allen anderen Bioware-Rollenspielen bis dahin hat man jederzeit die Möglichkeit, das Kampfsystem zu pausieren und die nächsten Schritte sorgfältig zu planen.
Das ist auch in einigen Gefechten bitter nötig, da sie eine Reihe von Stärkungen für die Charaktere oder eine ausgeklügelte Taktik benötigen. So haben einige Gegner ihre eigene Schwächen, die man nur mit bestimmten Waffen oder Kräften ausnutzen kann. Aber glücklicherweise kann man auch im Kampf bequem seine Waffen wechseln.

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Screenshot #9: Die dunkle Machtkraft Todesfeld gehört zu den stärksten im Spiel
Screenshot #10: Anfangs kämpft die Gruppe noch gegen die Banden der Unterstadt von Taris


"Die Rückkehr der Bioware-Entwickler"
Wie die Screenshots zum Ende verraten, gibt es noch einiges mehr zu tun als nur Kämpfe, Erforschung, Dialoge und Rätsel. Während der Haupthandlung muss man an einer Stelle ein Swoop-Rennen bestreiten, bei dem es darum geht möglichst schnell die besten Zeiten von anderen Fahrern zu knacken. Dabei muss der Spieler Hindernissen ausweichen, rechtzeitig schalten und Beschleunigungsplattformen sinnvoll nutzen. Später kann man diese Swoop-Rennen auf Tatooine und Manaan optional bestreiten und damit Geld verdienen. Es müssen jeweils 3 Bestzeiten geschlagen werden um Champion zu werden. Was im Verlauf der Geschichte ebenfalls vorkommt ist die Verteidigung seines Schiffs, der Ebon Hawk. An Geschützen muss man feindliche Sith-Schiffe bekämpfen. Auch dies kann optional wiederholt werden, wenn man genug Pech hat und während seinen Reisen durch das All von Sith angegriffen wird.

Mit der Ebon Hawk besucht man fünf Planeten (der Anfangsplanet ausgeschlossen) und einige spezielle Plätze. Darunter gehört auch eine PC-eklusive Raumstation vor dem Planeten Yavin, bekannt aus Star Wars Episode IV. Dort befindet sich allerdings nur ein besonderer Händler. Generell kann sich der Spieler aus einer Vielzahl von Waffen, Rüstungen und Items bedienen. Von Vibroklingen, Lichtschwertern bishin zu schwer gepanzerten Mandalorianischen Rüstungen ist so ziemlich alles dabei. Abhängig davon, mit welcher Klasse man startet (Soldat, Späher oder Gauner), sieht man welche Rüstungen und Waffen besonders gut passen.
Ebenfalls bei Händlern erhältlich sind Pazaak-Karten. Pazaak ist ein spezielles Minispiel, das einer abgespeckten Version von Blackjack für 2 Spieler ähnelt. So bekommen Spieler in jeder Runde eine Zufallskarte und der Wert dieser Karte wird nach und nach aufaddiert. Übersteigt sie 20, hat man sofort verloren. Hat man 20, ist der Sieg garantiert. In anderen Fällen kann man zur Erhöhung oder Verminderung seines Wertes gekaufte oder gefundene Karten einsetzen, um so die 20 zu erreichen. Das Spiel besteht aus 3 Runden, wer zuerst alle Einzelrunden gewonnen hat, geht am Ende als Sieger hervor.

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Screenshot #11: Mit Swoop-Rennen kann man sich nebenher gutes Geld verdienen
Screenshot #12: Im Verlauf der Geschichte trifft man auch bisher unbekannte Alien-Rassen


Bei so vielen Möglichkeiten lässt sich Star Wars: KotOR dennoch leicht bedienen, die Menüführung ist nach einer kurzen Einarbeitungszeit übersichtlich genug. Auch die Steuerung ist kein Problem: Vieles steuert man mit der Maus und man bewegt sich mit den WASD-Tasten. Durch gemeinsames Drücken der linken und rechten Maustaste kann man sich nach vorne bewegen, somit kann der Spieler das Spiel sogar fast komplett mit der Maus spielen wenn einem danach ist. Über den Bildschirm verteilt sind die Umgebungskarte, die Charakterportraits mit ihrem Leben und ihrer Machtkraft, eine Menüleiste und eine Leiste für Gegenstände zur Heilung bzw. Verbesserung oder Minen. Greift man einen Gegner an, hat dieser eine eigene Leiste für Angriffsoptionen wie zum Beispiel dunkle Machtkräfte wie den Blitz oder den Würgegriff oder einfach Granaten.

Als letztes möchte ich noch einen Punkt ansprechen, den Star Wars: KotOR teilweise sehr verbockt. So kommt es in einigen Situationen vor, dass die eigene Truppe dem Held den Weg versperrt. Das stört den Spielfluss und ist ziemlich lästig. Dafür muss man die anderen Charaktere auswählen und manuell bewegen, damit der Held wieder vorbei kann. Auch schlimm ist die Tatsache, wenn man sich im Kampf befindet und versucht, einzelne Gegner anzulocken und von einer Gruppe wegzubringen. Besiegt man diesen Gegner, kommt es häufig vor, dass dann einer der anderen Mitstreiter willkürlich in die Gruppe rennt und alle angreift. Bevor man den Befehl zurücknimmt, ist es meistens schon zu spät. Auch einige kleinere Bugs wie Aussetzer in der Synchronisation finden in diesem Spiel leider einen Platz. Alles in Einem hat Star Wars: KotOR dennoch einen guten Spielfluss und weiß den Spieler schnell in den Bann zu ziehen.

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Screenshot #13: Gegen die Sith muss die Republik herbe Verluste einstecken...
Screenshot #14: Der Spieler darf sich sogar in einen Raumanzug wagen



Story:
+ unglaublich viele Einflussmöglichkeiten in Dialogen
+ verschiedene Enden für gute bzw. böse Seite
+ jeder Nebenchrakter hat seine eigene Hintergrundgeschichte
+ viele Szenen, die tatsächlich an die Star Wars-Filme erinnern
+ zahlreiche Wendungen und Überraschungen in der Hauptstory
+ bei Mehrfachem Durchspielen merkt man, wie alles aufeinander aufbaut
- Haupthandlung könnte noch ein wenig komplexer sein

Grafik:
+ schöne Umgebungen und Hintergründe
+ Licht- und Schatteneffekte sind auch heute noch sehenswert
+ flüssige Animationen
+ detaillierte Texturen
+ lobenswerte Effekte im Kampfgeschehen
+ besonders erwähnenswerte Effekte der Lichtschwerter
+ gut gestaltete Gegner, vor allem Monster
+ Aussehen des Helden ändert sich beim Annähern an die dunkle Seite
- Charaktere für damalige Verhältnisse schon etwas eckig
- gleiche NPC-Grafiken tauchen oft wieder auf

Sound:
+ großartiger Soundtrack, der kaum bekannte Star Wars-Melodien benutzt
+ spektakuläre Soundkulisse in Kämpfen
+ bekannte Soundeffekte, z. B. von Lichtschwertern
+ viele Charaktere sind gut und passend vertont
+ atmosphärische Umgebungsgeräusche
+ Hall und Echo in den richtigen Situationen
- Alien-Stimmen wiederholen sich recht häufig, das stört aber kaum

Atmosphäre:
+ viele Planeten und Passagen lösen vertrautes Star-Wars-Gefühl aus
+ Dialoge reißen den Spieler stellenweise wirklich mit
+ logische (Zahlen)Rätsel sind Bestandteil einiger Passagen
+ authentisches Stadtleben auf den Planeten
+ Humor kommt nicht zu kurz

Umfang:
+ Held kann mit einer von drei Klassen starten
+ Besuch von sechs Planeten im Verlauf der Story
+ PC-exklusive Raumstation beim Planeten Yavin, bekannt aus den Filmen
+ gigantische Auswahl an Rüstungen, Waffen und Gegenständen
+ dank Nebenquests wird dem Spieler wirklich selten langweilig
+ Minigames wie Pazaak und Swoop-Rennen lockern den Spielfluss auf
+ hin und wieder Weltraum-Schießereien bei der Abwehr der Ebon Hawk

Bedienung:
+ überschaubares Menü und Tagebuch
+ Grafik, Sound und Steuerung können gemütlich geändert werden
+ Tastenbelegung ist nach einiger Zeit übersichtlich
+ Befehle und Fähigkeiten sind gut auf dem Bildschirm verteilt
+ KotOR lässt sich sogar oft komplett mit der Maus spielen
- Nebencharaktere blockieren manchmal den Weg
- die anderen Helden greifen öfter unerwünscht den Feind an

Kampfsystem:
+ D20-Kampfsystem wie es bereits in Neverwinter Nights verwendet wurde
+ sehr forderndes Ende
+ größtenteils ausgeglichener Schwierigkeitsgrad
+ für schwere Gegner ist eine gute Taktik nötig
+ spezielle Gegnertypen haben ihre eigene Schwächen und Stärken
+ viele Fähigkeiten und Machtkräfte verfügbar
+ Kampfgeschehen jederzeit pausierbar
+ Waffen können im Kampf gewechselt werden
+ Minen und Granaten spielen für Taktiken zusätzlich eine Rolle


Wertung:

Story: 9/10
Atmosphäre: 10/10
Grafik: 9/10
Sound: 9/10
Bedienung: 8/10
Multiplayer: -/10 (nicht vorhanden)
Kampfsystem: 10/10
Preis/Leistung: 10/10

93%

Letzte Worte: Jeder Star Wars-Fan oder Rollenspieler sollte grundsätzlich zugreifen, alle anderen sollten dem Spiel eine Chance geben und es versuchen. Hat man sich mit dem System erst einmal vertraut gemacht, lässt das Spiel einen nicht mehr los.

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Re: Star Wars: Knights of the Old Republic (PC)

Beitrag von Hirschi » Do 31. Mär 2011, 00:05

Sehr schönes Review und sehr ausführlich :) Man merkt auch wirklich, wie sehr dir das Spiel gefallen hat. War für mich besonders interessant zu lesen, gerade da ich mich in den "Paralleluniversen" von Star Wars absolut nicht auskenne - dass KotOR gleich 4000 Jahre vor Episode IV spielt, ist ja echt der Hammer (ich dachte immer so an die 500 Jahre, hihi).

Was mir besonders gefallen hat, waren die Überschriften, echt cool gewählt xD
Was mir nicht so gefällt, sind die großen Textblöcke, da sie etwas mühsam zu lesen sind. So gehts mir aber immer, wenn ich irgendwas am PC lese (ob Artikel, e-Books etc.), ich finde es leichter, wenn es mehrere kleine Textblöcke gibt, so rutscht man auch nicht aus Versehen mal ab oder findet sich schneller wieder rein, wenn man mal woanders hinguckt. Ob andere das auch so sehen, weiß ich nicht. Aber vielleicht sollte ich erstmal selbst meinen eigenen Ratschlag beherzigen! :lol:
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Re: Star Wars: Knights of the Old Republic (PC)

Beitrag von C. Shadow » Do 31. Mär 2011, 12:09

Danke für die positive Antwort. :D
Ja, mit den großen Blocks hast du Recht, das hab ich mir beim Überfliegen schon gedacht. Ich frage mich aber, wie ich das Problem am besten umgehe, was meint ihr? Soll ich mehr Screenshots zwischen die Absätze machen? Oder einfach generell mehr Freiräume mit Leerzeichen dazwischen machen? Kann ich ja nachher noch editieren.
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Re: Star Wars: Knights of the Old Republic (PC)

Beitrag von Hirschi » Do 31. Mär 2011, 14:22

Ich glaube, normale Absätze mit einer Leerzeile würden schon reichen, da es mit zu vielen Bildern vielleicht überfüllt aussehen würde. Müsste man mal ausprobieren :)
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Re: Star Wars: Knights of the Old Republic (PC)

Beitrag von C. Shadow » Do 31. Mär 2011, 21:01

Jau, hab ein paar mal die Return-Taste betätigt, wo es Sinn gemacht hat. Sieht schon angenehmer fürs Auge aus! :D

EDIT:
Laut der Vorschau sollten die Screenshots eigentlich nebeneinander sein bei der Größe. Warum ist das jetzt in der Endfassung nicht mehr so? Haben Beiträge neuerdings eine feste Breite? Sonst mach ich die irgendwann kleiner, das sieht nicht gut aus wenn die untereinander sind.
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Re: Star Wars: Knights of the Old Republic (PC)

Beitrag von Hirschi » Do 31. Mär 2011, 21:24

Ja, so ist es besser! :)
Seltsam, bei mir sind die Bilder nebeneinander... Ansonsten könntest du die als Thumbnails nebeneinander stellen.
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