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 Betreff des Beitrags: The Adventures of Alundra
 Beitrag Verfasst: Mo 6. Okt 2014, 17:17 
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König des Waldes
König des Waldes
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Spielt gerade: FFXII The Zodiac Age
The Adventures of Alundra

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System: PlayStation
Genre: Action-Adventure / RPG
Entwickler: Matrix Software
Publisher: Psygnosis
Sprache: Deutsch
Release: Juni 1998
Schwierigkeitsgrad: Anspruchsvoll
Preis: ca. 25‚ā¨ (gebraucht auf Amazon)
_______________________________________________________

Pro:Contra:
+ interessante Story- etwas trostlose Farbenpalette der Grafik
+ insgesamt anschauliche 2D-Optik- stellenweise Trial & Error
+ Traumwandern ein innovativer Aspekt- Endboss lächerlich einfach
+ recht große Spielwelt- Kämpfe anfangs einseitig
+ eine Vielzahl von unterschiedlichen Dungeons
+ zahlreiche fordernde Rätsel
+ der Großteil der Bosskämpfe macht viel Spaß
+ solider Soundtrack

______________________________________________________

Fazit:
Was Matrix Software hier mit Alundra im Jahre 1997 (bzw. in Europa 1998) versucht, ist relativ offensichtlich: Einen Konter auf The Legend of Zelda zu erschaffen, im PlayStation-Universum. Okay, vielleicht nicht nur Zelda, aber daran erinnert es prim√§r. Der andere gro√üe Einfluss ist noch Landstalker f√ľr den SEGA Mega Drive, denn Alundra kann im Gegensatz zum 2D-Zelda auch springen.
Von der Handlung her ist Alundra recht interessant, denn im Gegensatz zu Zelda wird es um einige Aspekte erweitert. Ich komme erst einmal zu den Gemeinsamkeiten: Man muss 7 Abzeichen von den Weisen erhalten um am Ende den finalen Dungeon freizuschalten und sich dem Bösewicht Melzas stellen. Die Parallelen zu The Legend of Zelda: A Link to the Past sind recht klar.
Was Alundra einzigartig und pers√∂nlicher macht als Zelda, ist die Beziehung zu den Dorfbewohnern in Iona. In der Rolle von Alundra ist man zwar viel auf der Oberwelt oder in den Dungeons (von denen es wirklich etliche gibt!) unterwegs, aber man hat viel Kontakt zu den NPCs und muss sich auch √∂fter in deren Tr√§ume begeben. Mit dieser F√§higkeit kommt man den Leuten im Dorf etwas n√§her und kann deren Gef√ľhlswelt besser nachvollziehen.
Au√üerdem ist die Story in Alundra deutlich bedr√ľckender und dunkler als Zelda. Leute aus dem Dorf sterben oder haben andere unerwartete Wendungen vor sich.

Optisch gesehen könnte Alundra eine aufgebesserte Version der SNES-RPGs sein. Nicht unbedingt etwas schlechtes, zumal 1997 noch nicht das Jahr der PS1-Grafikbomben (... Chrono Cross ...) war. Außerdem bin ich ein Fan von 2D-Optik, als Retro-Rollenspieler muss man sich fast schon damit anfreunden.
Der Grafikstil an sich gef√§llt mir in Alundra sehr gut, die Charaktere sind gr√∂√üer als z. B. in Final Fantasy VI und sehen detaillierter aus als in Chrono Trigger. Man merkt dem Spiel schon an, dass es f√ľr PS1 ist und nicht f√ľr SNES. Auch die Effekte sind hierf√ľr zu gut.
Was mir jedoch nicht zusagt, ist die etwas arme Farbpalette. Gerade die Oberwelt wirkt meiner Meinung nach etwas trist, so groß sie auch sein mag. Die Gesamtheit der Dungeons bietet allerdings eine breitere Palette, man kann sich selbst nach Wochen noch viele davon merken.

Im Thema Soundtrack muss ich zugeben, dass Alundra zufriedenstellend ist. Die Oberwelt hat eine tolle Theme, die man sich durchaus länger anhören kann. Habe ich schon die Zelda-Parallelen erwähnt? Selbst in der Theme kann man sie stellenweise raushören.
Mit welcher Theme ich mich im Laufe der Zeit angefreundet habe, ist die Iona-Theme. Da man viel Zeit in dem Dorf verbringt, sollte die Musik dazu auch recht einpr√§gsam sein und zum Gl√ľck ist sie das auch.
Einen anderen Song, den man in Alundra ebenfalls oft hören wird, ist die Albtraum-Theme, die durchaus einen Horror-Touch hat. Einer meiner Lieblings-Themes des Soundtracks ist wohl Underwater. Ich glaube, ich brauche fast nicht zu sagen, warum das so ist... Es hat prägnante Fretless-Bass-Linien.
Wie bereits gesagt, der Soundtrack ist insgesamt recht passabel und hat gute Themes. Alles in Einem ist es jetzt aber nicht so, dass ich ihn oft h√∂ren w√ľrde. Zwar passen die Songs meistens zum Szenario, sind aber musikalisch meiner Meinung nach nicht ausgefeilt genug, um sie auch abseits des Spiels zu h√∂ren.

BildBild

Kommen wir zum Eingemachten: Dem Gameplay. Wo Zelda glänzt, sollte Alundra das selbe tun - möchte man zumindest meinen.
Die Spielwelt ist wie schon erw√§hnt relativ gro√ü und √§hnelt The Legend of Zelda stark. Man ist auf einzelnen Screens unterwegs, die fl√ľssig in andere √ľbergehen, wie z. B. in A Link to the Past.
Dungeons sind noch einmal ein eigenes Kapitel. Sowohl Traum-Dungeons als auch tats√§chliche auf der Oberwelt sind meistens nur so geschm√ľckt mit etlichen R√§tseln, Fallen und Gegnern. Ein abenteuerliches Feeling l√§sst Alundra also aufkommen.
Ich beginne mal mit den Rätseln. Im Gegensatz zu Zelda sind diese deutlich kniffliger. Einige sind leider mit Trial & Error verbunden, was frustrierend sein kann. Andere sind logisch, aber anspruchsvoll. Wem Zelda also Rätsel-technisch zu leicht war, sollte sich Alundra auf jeden Fall einmal anschauen.
Im √úbrigen gibt es auch jede Menge Sprungpassagen, wo wir zum Landstalker-Element kommen. W√§hrend Landstalker bekannterma√üen isometrisch ist, ist Alundra in simplem 2D wie auch die Vielzahl der SNES-RPGs. Auf der einen Seite ist das zwar vertraut, auf der anderen Seite ungewohnt, was die Spr√ľnge angeht. √Ėfter sind z. B. Erh√∂hungen hinter anderen versteckt und man muss durch Trial & Error nach oben springen.

Die Kämpfe unterscheiden sich nicht wesentlich zu Zelda, außer am Anfang. Gerade zu Beginn sind sie etwas fad, weil man lediglich das Schwert hat und noch nicht einmal einen Spezialangriff. Mit der Zeit ändert sich dies jedoch und man bekommt einen Morgenstern, der eine höhere Reichweite hat. Auch Spezialangriffe oder Magie werden später zum Thema. Speziell Magie ist sehr mächtig und kann ganze Gegnergruppen auf einmal auslöschen.
Das Inventar selbst erinnert an der Stelle ebenfalls an Zelda: A Link to the Past, was nichts schlechtes ist. Normale Gegner kann man in den meisten Fällen durch das Schwert besiegen, aber es gibt auch andere Gegner, die man klugerweise eher aus der Distanz bearbeiten sollte oder z. B. mit einem Eisstab. Was normale Kämpfe angeht, hat Zelda in meinen Augen deutlich die Nase vorn. Gerade solche Waffen/Gegenstände wie der Enterhaken oder der Bumerang hätten hier nicht geschadet.
Bosskämpfe auf der anderen Seite sind in Alundra ganz gut gelungen. Die meisten haben eine eigene Taktik und viele der Bosskämpfe dauern recht lang. Vom Schwierigkeitsgrad ist Alundra hier höher anzusiedeln als Zelda (wie auch im Thema Rätsel).
Etwas enttäuschend ist jedoch der letzte Bosskampf. Denn mit Magie ist dieser lächerlich einfach. Selbst die vorherigen sind kniffliger.

Alundra √ľberzeugt auch im Umfang. Neben den zahlreichen Haupt-Dungeons gibt es ein paar Neben-Dungeons. Wie auch in Zelda gibt es hier die M√∂glichkeit, seine Lebenspunkte zu erh√∂hen, n√§mlich mit Lebensdiamanten. Nein, keine Herzcontainer. Das w√§re ja geklaut.
Minigames gibt es ebenfalls ein paar, nämlich in einer Bar, zu der man später Zutritt erhält. Dort kann Alundra weiter an Lebensdiamanten aufstocken.
Insgesamt existieren nicht ganz so viele Nebentätigkeiten wie in vergleichbaren Spielen, das ist aber gar nicht so wild. Die Haupthandlung alleine ist mit 25 Stunden schon ganz ordentlich und zusätzliche Lebensdiamanten sollte man so oder so suchen.

Etwas gew√∂hnungsbed√ľrftig ist die Steuerung. Im Spielverlauf ist sie einpr√§gsam (X - Sprung, Quadrat - Schlagen, Kreis - Item benutzen), aber im Speichermen√ľ muss man z. B. pl√∂tzlich mit X alles best√§tigen anstatt mit Quadrat. Irgendwie ist Alundra da nicht ganz konsistent.
Hat man sich daran aber erst einmal gew√∂hnt, bedient sich Alundra sehr solide. Spr√ľnge muss man zwar gut auf dem Kasten haben, aber der Rest ist recht intuitiv.

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_______________________________________________________

Wertung:

Story: 8/10
Grafik: 7/10
Sound: 7/10
Rätsel: 9/10
Kämpfe: 8/10
Umfang: 9/10
Bedienung & Interface: 7/10
Preis/Leistung: 8/10

79 %

_________________
Man's proper stature is not one of mediocrity, failure, frustration, or defeat, but one of achievement, strength, and nobility. In short, man can and ought to be a hero.
Mike Mentzer

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