Neverwinter Nights 2: Storm of Zehir (PC)

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C. Shadow
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Neverwinter Nights 2: Storm of Zehir (PC)

Beitrag von C. Shadow » Sa 10. Aug 2013, 22:06

Neverwinter Nights 2: Storm of Zehir (Add-On)

Bild

System: PC
Genre: Rollenspiel
USK: Ab 12 Jahren
Entwickler: Obsidian Entertainment
Publisher: Atari
Sprache: Deutsch
Release: November 2008
Schwierigkeitsgrad: Frei wählbar
Preis: ca. 20€ (Complete Edition bei Amazon mit NWN1 oder Platinum Edition auf Steam / gog)

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Pro:Contra:
+ viele schöne neue Außengebiete- Story nicht sehr fesselnd
+ individuell gestaltbare Gruppe- Spiel später künstlich in die Länge gezogen
+ komplett orchestraler Soundtrack- Zwischenkämpfe auf Dauer sehr nervig
+ dynamisches Geschehen dank der Oberwelt- kaum Charaktertiefe
+ Crafting und Handel können lange beschäftigen- Hauptquests laufen oft fast genauso ab wie Sidequests
+ andere Charaktere können sich auch in Dialoge einmischen
+ ausbalancierte Gruppe wichtiger denn je
+ Unmengen an Sidequests und Schauplätzen
+ viele zufällige Fünde auf der Oberwelt


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Fazit:
Nach dem ersten Addon zu Neverwinter Nights 2, namentlich Mask of the Betrayer wurde auch eine zweite Erweiterung zum Hauptspiel veröffentlicht. In Neverwinter Nights 2: Storm of Zehir wird wieder eine komplett andere Richtung eingeschlagen als in den bisherigen Ablegern. Während das erste Add-On sehr stark auf die Story fixiert war, steht in Storm of Zehir mehr das Gameplay im Vordergrund. Das merkt man bereits am Anfang des Spiels: Der Spieler erstellt sich eine komplett eigene Gruppe. Die Truppe gerät mit einem Schiff in einen Sturm und strandet im fernen Land Samarach. Dort wird man verhaftet, doch die angesehene Händlerin Sa'Sani kann die Gruppe aus den Fängen der Wache befreien und für sich anheuern.
Aus Laufbotenjobs entwickelt sich jedoch schnell mehr und man darf sich um den Aufbau eines Handelsimperiums in Samarach und der Schwertküste kümmern. Die Story ist im Wesentlichen auch schon so simpel, wie es klingt: Viele Storyelemente gibt es nicht, um ehrlich zu sein. Zwar gibt es durchaus hier und da ein paar überraschende Elemente, aber im Wesentlichen fühlt sich das Spiel an wie ein MMORPG: Man ist viel in Kämpfen verwickelt, handelt und macht kleinere Quests in den Städten oder auf der Oberwelt.

Neverwinter Nights 2: Storm of Zehir bietet im Vergleich zu den bisherigen Teilen wieder komplett neue Außengebiete. So darf sich die Heldengruppe dieses Mal durch Dschungellandschaften, sonnige Strände oder Yuan-Ti-Tempel kämpfen. Aber auch bekannte Gebiete wie Sümpfe oder sogar bekannte Städte aus dem Hauptspiel kehren wieder zurück, speziell beim späteren Aufenthalt an der Schwertküste. Die Magie-Effekte sind nach wie vor sehr schön anzusehen und bestimmen zumindest optisch oft das Kampfgeschehen.
Ein großer Unterschied zu den bisherigen Ablegern ist jedoch die Oberwelt. Was man eher aus Spielen wie Final Fantasy kennt, wurde auch hier übernommen. Während man in Dungeons oder Städten das Spiel wie gewohnt steuert, kann man auf der Oberwelt nur einen Charakter kontrollieren, kann zufällig Gegenstände finden, Zufallskämpfe auslösen oder Städte bzw. Dungeons finden. Es ist auch wichtig, welchen Charakter man auf der Oberwelt führt. Schurken können sich z. B. vor Zufallskämpfen verstecken. Ein Charakter mit großer Überlebenskunst kann sich aber in schwierigem Gelände wie Sümpfen schneller bewegen.

Sehr positiv überrascht bin ich vom Soundtrack. Der Soundtrack aus Neverwinter Nights 2: Storm of Zehir ist von einem Orchester eingespielt und dementsprechend brachial klingen oft Kämpfe. Aber auch die Strand-Theme der Oberwelt klingt stimmig und trägt zur abenteuerlichen Atmosphäre bei. Betritt man auf der Oberwelt aber den Wald, hört man eine andere, ebenso stimmige Theme. Überraschend schön ist z. B. auch die Crystal Cave Theme, die man z. B. in einem Unterwassertempel hört und dazu passt die Klangwelt auch sehr.

Das dynamische Spielgesehen gefällt mir im Allgemeinen sehr gut im 2. Add-On. Später kann man Handelsrouten bilden und Karawanen werden dann auf der Oberwelt zwischen Städten reisen. Damit kann man Handelsbarren einnehmen, welche man z. B. in Gold investieren kann. Aber auch die Handelsgegenstände wie Erz, Häute oder Holz sind wichtig und in manchen Städten gefragt. Auf Dauer zieht das Handelssystem das Spiel etwas in die Länge, aber am Anfang macht es viel Spaß, das alles einzurichten.
Crafting ist dieses Mal etwas mehr in den Vordergrund geraten. Durch den vielen Handel kommt man oft an Ressourcen, die man mithilfe von Rezepten in Rüstungen oder Waffen umwandeln kann. Rezepte haben übrigens ihr eigenes Buch und nehmen somit keinen Platz im Inventar weg. Verzauberung findet man wie bereits im 1. Add-On auch wieder.
Städte selbst lassen sich öfter betreten, aber manchmal auch nicht. Wenn man diese nicht betreten kann, sind oft nur die Tavernen dieser Orte eine Sehenswürdigkeit. Dort wurde allerdings gespart: Die Tavernen sehen oftmals in verschiedenen Städten identisch aus. Dafür sind die Städte schön gestaltet, auch wenn die meisten davon klein und überschaubar geworden sind.

Neverwinter Nights 2: Storm of Zehir punktet mit einer großen Zahl an fordernden Sidequests, die oft ihre eigene kleine Story haben. Zumindest in diesem Punkt kommt richtige Pen & Paper-RPG-Atmosphäre auf. Leider hilft das der schwachen Haupthandlung nicht.
Kämpfe sind wie gewohnt an der Tagesordnung. Hier hat sich nicht viel geändert, jedoch muss man auf eine sehr balancierte Gruppe achten. Öfter betritt man Gebiete, in denen Feinde überraschend stark sein können. Dann muss man das Maximum aus seiner Truppe herausholen. Das gilt auch für Dungeons, die oft mit Fallen gespickt sein können.
Eine kleine schöne Änderung: Gruppenmitglieder können sich nun auch in Dialoge einklinken und haben oftmals eigene Gesprächsoptionen. Leider macht das die Charaktere nicht sonderlich glaubwürdig. Da man diese anfangs erstellt, haben diese keine große Persönlichkeit. Auch die NPCs, die man im Laufe des Spiels anheuern kann, sind oft nur für ein paar zusätzliche Gesprächsoptionen nützlich - sonst haben sie nicht viel zu sagen.

Zusammenfassend würde ich Neverwinter Nights 2: Storm of Zehir als sehr Gameplay-fixiert bezeichnen. Die Story und Charaktertiefe ziehen eindeutig den Kürzeren, während man aber mit einer Vielzahl an Quests, Handel, Crafting und spannenden Kämpfen belohnt wird.

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Wertung:

Story & Kampagne: 4/10
Grafik: 8/10
Sound: 9/10
Atmosphäre: 9/10
D20-System: 8/10
Umfang: 9/10
Bedienung & Interface: 9/10
Preis/Leistung: 10/10

82 %
Sur les tombes de nos ancêtres
S'accumulent morne neige et sinistre tristesse
C'est le poids du temps qui défile
Sur notre liberté, là enterrée

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