Mortal Kombat Komplete Edition (Xbox 360)

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Mortal Kombat Komplete Edition (Xbox 360)

Beitrag von C. Shadow » Sa 21. Sep 2013, 23:57

Mortal Kombat Komplete Edition

Bild

System: Xbox 360
Genre: Beat'em'up
USK: Ab 18 Jahren (PEGI) / Mature (ESRB)
Entwickler: NetherRealm Studios
Publisher: Warner Bros. Interactive Entertainment
Sprache: Deutsch
Release: Februar 2012
Schwierigkeitsgrad: Frei wählbar
Preis: 20€ (Import aus Großbritannien, eBay)

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Pro:Contra:
+ Story für Beat'em'Up-Verhältnisse spannend- manche Story-Ereignisse sehr zufällig
+ hübsche Grafik und flüssige Animationen- unglaublich trashige Synchronstimmen
+ unterhaltsame Gewalteffekte- Soundtrack hat nur wenig Wiedererkennungswert
+ sehr viele spielbare Kämpfer- seltsame Verteilung des Schwierigkeitsgrads im Turm der Herausforderung
+ viele freischaltbare Kostüme, Bilder, etc.
+ eine Vielzahl an verschiedenen Modi
+ im Allgemeinen gut aufgeteilte Schwierigkeitsgrade
+ Freddy Krueger als Kämpfer in der Komplete Edition
+ hohe Langzeitmotivation


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Fazit:
Der mittlerweile neunte Teil der legendären Beat'em'Up-Reihe von Ed Boon war längst fällig nach eher dürftigen Ablegern für die PS1, die PS2 und Handhelds. Während die erste Trilogie für SNES (die auch komplett für PS1 neu veröffentlicht wurde) einen legendären Status unter den Kampfspielen hat, war die Zeit für einen Mortal Kombat-Teil in Next-Gen-Technik, die dieses Erbe antreten sollte.
Zwar spielt Mortal Kombat nach den Geschehnissen von Mortal Kombat: Armageddon (PS2, Xbox, Wii), aber insgesamt orientiert sich der neueste Teil stark an der SNES-Trilogie. Das merkt man auch direkt am Gameplay: Zwar ist Mortal Kombat voll in 3D animiert, das Gameplay ist jedoch am traditionellen Stil gehalten. Seltsame Minigames wie in den PS2-Ablegern gibt es hier nicht, dafür umso bessere Kämpfe und viel mehr.

Mortal Kombat beginnt mit einer Vision vom Beschützer des Erdenreichs, Raiden. In dieser Vision vernichtet Shao Khan die Kämpfer des Erdenreichs und kann den Sieg an sich reißen. Im Laufe des Spiels sammelt Raiden mehr Kämpfer um sich, um den Mächten Shao Khans entgegenzutreten. Nicht nur das, auch die Vision wird immer weiter aufgedeckt.
Im Allgemeinen ist die Story nicht sonderlich kompliziert, bietet aber hier und da einige Überraschungen und insbesondere will man doch wissen, wie es weitergeht. Das ist für Beat'em'Up-Verhältnisse schon einmal ein Pluspunkt, denn viele Vertreter des Genres haben entweder einen völlig uninteressanten Story-Modus oder nur Arcade-Leitern mit Endvideos.

Neben dem Story-Modus gibt es aber noch viele andere Modi, die Spaß machen. Die klassische Arcade-Leiter mit 10 Kämpfen, die immer schwerer werden, ist selbstverständilch enthalten. Diese Leiter kann man auch als Tag-Team bestreiten. Lange beschäftigen kann auch der Turm der Herausforderungen: Insgesamt 300 Herausforderung mit allen möglichen Kämpfern warten auf den Spieler und man kann sich Stück für Stück an die Spitze kämpfen.
Von normalen Kämpfen bishin zu irrsinnigen Herausforderungen (z. B. Kämpfe ohne Kopf oder mit gewissen Einschränkungen) umfasst dieser Turm alles. Leider finde ich die Schwierigkeit etwas seltsam aufgeteilt im Turm: Es gibt 1-2 Kämpfe, die relativ früh schon sehr nervenaufreibend werden und plötzlich sind die nächsten 30 Kämpfe wieder viel zu einfach.
Im Turm kann man noch zusätzliche Stufen für "Teste dein Glück/deine Kraft/deinen Schlag/dein Auge" freischalten. Das sind kleine Nebenmodi, in denen man z. B. Steine zerschlagen muss. "Teste dein Glück" ist besonders witzig, da man hier normale Kämpfe unter zufälligen Einschränkungen oder Vorteilen absolvieren muss. So können beispielsweise beide Kämpfer ohne Arme kämpfen und es tauchen zufällig Feuergruben auf der Stage auf.

Während die Modi viel Abwechslung bieten, bin ich nicht so überzeugt vom Soundtrack. Abgesehen von der trashigen deutschen Synchronisation, die man Gott sei Dank nur in der Story und nicht in der Arcade-Leiter hören muss, ist der Soundtrack auch "nur" zweckmäßig. Er untermalt die Stages von der Stimmung zwar gut, aber so richtig bleibt keiner der Songs hängen. Das muss ich Tekken oder Street Fighter definitiv höher anrechnen - hier kann man sich oft an Stages aufgrund des Soundtracks gut erinnern.
Dafür macht das Design der Stages einiges her. Grafisch ist Mortal Kombat schön, die Animationen sind flüssig. Nicht nur die Kämpfe sind so schön anzusehen, auch die Hintergründe kann man sich länger aufgrund des Detailgrades anschauen.
Auf Brutalität wurde im Sinne der Optik ohnehin nicht gespart. So sieht man bei den klassischen Fatalities gerne mal Innereien und Körperteile durch die Luft fliegen.

Von den Kämpfen selbst gibt es eine große Neuerung und das ist der Super-Meter. Ist dieser 1/3 aufgeladen, kann man seine Special Moves noch verstärken. Mit 2/3 des Balkens kann man Combos des Gegners unterbrechen. Ist er voll, kann man die mächtigen "X-Ray" Moves entfesseln. Das sind mächtige Angriffe, die die Schläge auf die Knochen oder Innereien in einer Röntgen-Ansicht zeigen.
Ansonsten hat sich nicht viel geändert: Special Moves, Combos, Blocken und gute Reaktionen sind die Hauptbestandteile des Kampfes in Mortal Kombat. Selbstverständlich gehören auch die Fatalities dazu, die ich oben schon angesprochen habe. Diese werden durch Tastenkombinationen entfesselt, wenn der Gegner fast K.O. ist. Eine erfolgreiche Eingabe hat eine brutale Tötung des Gegners zur Folge.
Der Kampf ist anfangs etwas ungewohnt als Tekken- oder Street Fighter-Veteran, aber man ist relativ schnell drin und kann sich dann um Combos kümmern.
Für gewonnene Kämpfe in der Story oder in der Arcade-Leiter bekommt man im Übrigens Münzen, die man in der Krypta gegen Freischaltbares (Kostüme, Bilder, neue Fatalities usw.) eintauschen kann.

Insgesamt ist Mortal Kombat durch die vielen Kämpfer, den spaßigen Kämpfen, den Herausforderungen und den Sammelgegenständen ein Beat'em'Up mit einer hohen Langzeitmotivation, das eine gelungene "Wiederbelegung" der Reihe darstellt.

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Wertung:

Story: 7/10
Grafik: 9/10
Sound: 7/10
Kampfsystem: 9/10
Umfang: 10/10
Bedienung & Interface: 9/10
Preis/Leistung: 9/10

86 %
Sur les tombes de nos ancêtres
S'accumulent morne neige et sinistre tristesse
C'est le poids du temps qui défile
Sur notre liberté, là enterrée

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