Pro Evolution Soccer 2014 (PC, nur Singleplayer)

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C. Shadow
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Pro Evolution Soccer 2014 (PC, nur Singleplayer)

Beitrag von C. Shadow » Sa 5. Okt 2013, 15:11

Pro Evolution Soccer 2014
Bild

System: PC
Genre: Sportspiel (Fußball)
USK: Ab 0 Jahren
Entwickler: PES Productions
Publisher: Konami
Sprache: Deutsch
Release: September 2013
Schwierigkeitsgrad: Frei wählbar
Preis: ca. 35€

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Pro:Contra:
+ großartige Grafik in Sequenzen- im Spielverlauf detailarmer Rasen
+ deutlich schöneres Publikum- Einschnitt in den gewohnten PES-Umfang
+ großartige Soundkulisse- viele Spieler haben keine gescannten Gesichter
+ neue Lizenzen (AFC Champions League, argentinische & chilenische Liga usw.)- recht viel Ping-Pong im Spielfluss
+ realistischer Spielverlauf (Schüsse, Pässe, etc.)- nur wenige Stadien
+ wie gewohnt starker Charakter-Editor
+ sehr gute Defensiv-KI
+ spannende Zweikämpfe und Fouls durch die neue Physik-Engine


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Fazit:

Alle Jahre wieder konkurrieren die beiden Fußballspiele aus dem Hause Konami und EA um den Fußballthron. Während sich im Thema Lizenzen Jahr für Jahr nur Kleinigkeiten tun, können zwischen den einzelnen Jahren allerdings große Unterschiede in den Spielen selbst bestehen.
Diesen großen Unterschied haben wir in Pro Evolution Soccer 2014 vorliegen: Konami löst sich nun von der bisher bewährten Engine, die die letzten Jahre PES mehr oder weniger stabil gemacht hat. Stattdessen wird nun die Fox Engine benutzt. Metal Gear Solid-Freunde dürfte der Begriff sofort auffallen. Für die Physik wird auf die Havok-Engine zurückgegriffen.
Das heißt, hier nähert sich die PES-Reihe dem Konkurrent FIFA etwas an, denn dort ist eine ordentliche Physik-Engine für Fouls und Zweikämpfe (wenn diese auch manchmal krasse Bugs hat) schon seit Jahren im Einsatz.
Neue Engine, neues Glück? PES 2012 und 2013 hatten spielerisch nur kleine Unterschiede, was Pässe und Flanken anging. Dafür waren sie ähnlich aufgebaut und hatten vor allem einen überzeugenden Umfang mit der Meister-Liga, Become a Legend, etlichen anderen Modi und Freischaltbarem.

Im Punkt Grafik hatte PES etwas aufzuholen. Ich würde im direkten Vergleich nicht sagen, dass PES 2013 schlechter aussieht als FIFA 13. Simpler, aber dafür detailliert. Diese simple Grafik, vor allem bei den Spielern wurde nun entfernt und man merkt den Einsatz der Fox Engine direkt in den Eingängen der Spieler.
Speziell Spieler aus bekannten Mannschaften wie FC Barcelona, Bayern oder Manchester United sehen atemberaubend realistisch aus. Von der Mimik bis zu den Gesichtern überzeugt die neue Engine schon komplett. Wenn da nicht das Problem wäre, dass leider nur ein geringer Teil der Spieler direkt gescannt wurde. Sogar in den bekannteren Mannschaften sind Spieler, deren Gesicht einfach lieblos mit dem eigenen Spieler-Editor erstellt wurde. Bestes Beispiel Pizarro beim FC Bayern. Der Herr hat schon genug Champions League-Einsätze gehabt!
Dafür ist wie beschrieben die Mimik tadellos und auch die Animationen im Spiel überzeugen. Weiter gefallen mir die Stadien deutlich besser, hier wurde ebenfalls einiges aufgeholt, denn hier hatte FIFA die letzten Jahre die Nase deutlich vorn. Das Publikum wirkt nicht mehr hingeklatscht, sondern volumentrischer und somit realistischer. Auch die Architektur der Stadien wirkt realistisch. Leider gibt es von den Stadien dieses Mal (vermutlich aus Lizenzgründen, wofür ich die Entwickler nicht verantwortlich mache) nicht wirklich viele.
Im Spielfluss selbst ist der Rasen jedoch etwas hässlicher als in PES 2013. In den Zwischensequenzen (z. B. bei Wiederholungen) sieht der Rasen hingegen gut und volumetrisch aus.

Zum Thema Stadionatmosphäre: Im Sound wurde auch einiges aufgeholt. Die Atmosphäre wirkt durch die Fangesänge oder Pffiffe bei gegnerischen Fouls endlich etwas glaubwürdiger. Dennoch hat FIFA im Punkt Stadionatmosphäre noch die Nase vorn. Aber ich freue mich, dass Konami in der Stimmung des Stadions sowohl optisch als auch akustisch etwas macht. Pass-Sounds oder Lattentreffer klingen ebenfalls gut und realistisch.
Wie bisher sind auch Wolf Fuß und Hansi Küpper die Kommentatoren in der deutschen Version. Die Sprüche sind jedoch wie in den letzten Jahren die selben und nur wenige neue Sprüche wurden hinzugefügt. Dafür sind sie meistens passend, außerdem scheint FIFA das selbe Kommentatorenproblem zu haben.


Bild

Auffällig ist die neue Menüführung. Anfangs kann man sich nun für sowohl Lieblingsteam als auch Lieblingsspieler entscheiden und diese bilden dann das Motiv für das Menü. Eigentlich eine schöne Neuerung. Die Menüs sind sonst relativ simpel gestrickt und optisch etwas anspruchloser als im Vorgänger. Als Kritikpunkt sehe ich das nur geringfügig, denn Übersicht ist das Thema.
Leider wurde PES im Umfang etwas beschnitten, die Meister-Liga wurde deutlich simpler gestaltet (kein Kalender, kein eigener Trainer etc.). Das ist dann wohl der Preis der neuen Engine in Anbetracht der Entwicklungszeit.
Von der Steuerung an sich haben sich einige Punkte geändert. Das Schussverhalten ist empfindlicher und auch die Bedienung für Ecken, Mitspielerkontrolle oder Torwartabstöße hat sich verändert. Das kostet als PES-Veteran etwas Eingewöhnung, steuert sich danach aber angenehm.
Der essenzielle Punkt eines Fußballspiels jedoch befindet sich in der Spielmechanik selbst. Und hier punktet PES 2014 in meinen Augen ganz groß. Während sich PES 2013 zwar stabil und angehem gespielt hat, wirkte alles etwas steril. PES 2014 hat mit der neuen (Physik-)Engine ein komplett neues Spielgefühl zu bieten. Kämpfe im Mittelfeld sind anspruchsvoller, Pässe müssen wohl überlegt gespielt werden. Abpraller an gegnerischen Spielern sind durch die realistische Physik zur Regel geworden und verursachen leider auch ein wirres Ping-Pong im Mittelfeld.
Was jedoch das Spielgeschehen so dynamisch in PES 2014 macht, ist eine gute Balance zwischen allen Möglichkeiten. Man möchte schnellen Kurzpass-Fußballspielen wie der FC Barcelona? Kein Problem, wenn man es kann. Man möchte jedoch viel über die Seiten spielen und mit hohen Bällen in den Strafraum flanken? Was in PES 2013 sehr schwierig umzusetzen war (Flanken kamen irgendwie nie an), ist jetzt eine wunderbare Option. Kopfbälle kommen wie im richtigen Fußball mal an, mal nicht. Dafür sind Pässe in den Lauf (die in PES 2013 wiederum sehr leicht auszuführen waren) kniffliger, weil die Defensiv-KI diese besser abfängt.

Die KI im Allgemeinen ist gut geworden, hier muss aber noch ein bisschen aufgeholt werden. Von kleineren Defensiv-Patzern bis zu herben Torwartfehlern hatte ich schon einiges. Auch im Mittelfeld oder im Sturm laufen die Mannschaftskollegen noch nicht immer so mit, wie sie es sollten oder wie man es aus den Vorgängern gewohnt war. Zum Glück kann man per Befehl seine Kollegen in Richtung gegnerisches Tor schicken und Angriffszüge planen aber wenn die KI etwas besser wäre, könnte man das bequemer ausführen.
Dennoch ist die KI deshalb nicht schlecht, sie hat nur etwas Luft nach oben. Meistens stehen Spieler anspielbereit und gegnerische Spieler versuchen, geschickt die eigenen Spieler zu decken. Besonders auf höheren Schwierigkeitsgraden merkt man das gut.

Für den Preis ist PES 2014 in meinen Augen ein gutes Spiel und eine gelungene Simulation. Fußball habe ich selten so realistisch gesehen, die FIFA 14-Demo hat mich hingegen komplett schockiert (und ich bin kein FIFA-Feind!). Man merkt aber durch fehlende Stadien und den geringeren Umfang, dass PES in den nächsten Jahren etwas aufzuholen hat. Die neue Engine ermöglicht zwar ein dynamisches und realistisches Spielgeschehen, muss aber noch ausgebaut werden.
Besonders bin ich gespannt, wie sich PES auf den Next-Gen-Konsolen entwickelt, was Grafik und Umfang angeht.

Bild
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Wertung:

Grafik: 8/10
Sound: 8/10
Umfang: 7/10
Bedienung: 8/10
Spielmechanik: 9/10
KI: 8/10
Preis/Leistung: 7/10

79 %
Sur les tombes de nos ancêtres
S'accumulent morne neige et sinistre tristesse
C'est le poids du temps qui défile
Sur notre liberté, là enterrée

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