Far Cry 3

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C. Shadow
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Far Cry 3

Beitrag von C. Shadow » Mo 10. Mär 2014, 14:00

Far Cry 3

Bild

System: PC
Genre: First Person Shooter
Entwickler: Ubisoft Montreal
Publisher: Ubisoft
Sprache: Komplett auf Deutsch
Release: November 2012
Schwierigkeitsgrad: Frei wählbar
Preis: ca. 25€ (Amazon)
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Pro:Contra:
+ tolle Grafik- keine gute Story
+ gigantische Open World- Soundtrack nicht sehr überzeugend
+ zahlreiche Nebenmissionen, ...- ... die auf Dauer nicht abwechslungsreich genug sind
+ insgesamt gute Bedienung- Synchronstimmen stellenweise furchtbar
+ toller Co-Op
+ Feuerphysik wie schon im Vorgänger atemberaubend
+ großartige Rambo-Atmosphäre (Jagd, Action, Herstellung, etc.)
+ unzählige Sammelgegenstände

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Fazit:
Mit Far Cry 3 geht die beliebte Shooter-Serie von Ubisoft nun in die dritte Runde. Während Teil 1 noch linear war, aber durch große Levels und ein tolles Dschungel-Feeling überzeugte, war Teil 2 in einer Open World angesiedelt und voller hektischen Schießereien. Far Cry 3 orientiert sich im Allgemeinen wieder am zweiten Teil, setzt aber wieder auf die Dschungel-Atmosphäre aus dem ersten Teil bzw. baut diese noch viel weiter aus.
Der Spieler übernimmt die Rolle von Jason Brody, der mit seinen Freunden Urlaub in Bangkok macht. Beim Skydiving werden sie jedoch auf einer Insel von Piraten und dessen Führer Vaas gefangen genommen und als Sklaven genommen. Die Gefangenschaft unter Vaas hält nicht lange an und natürlich will Jason nach dem Ausbruch seine Freunde so schnell wie möglich finden. Dabei trifft er auf neue Bekanntschaften und auf die Ureinwohner der Insel, mit denen Jason viele Schlachten gegen die Piraten kämpfen wird.
Insgesamt motiviert die Story zwar zum Weiterspielen, aber nur gerade so. Die Story bietet viele Klischees, kaum Überraschungen und kaum sympathische Charaktere. Lediglich die Missionen selbst sind meistens spaßig zu spielen. Eine Sache ist aber gut: Am Ende kann man sich für eins von zwei Enden entscheiden.

Grafisch gesehen ist Far Cry 3 eine Wucht. Licht- und Schatteneffekte sind wunderbar inszeniert und in der offenen Welt gibt es Tag- und Nachtwechsel, das Wetter ändert sich auch stets. Die Charaktermodelle sind recht sehenswert, allerdings nicht das Maß aller Dinge. Lediglich die Texturen sind etwas detailarm, sonst überzeugt die Optik absolut. Überraschenderweise sieht man in Far Cry 3 immens weit, wenn man die Grafikeinstellungen hochschraubt. Vom höchsten Berg sieht man dann durchaus noch bis zu einer entfernten Insel.
Pyromanen werden sich außerdem auch freuen: Die Feuereffekte sind wie schon im Vorgänger wieder sagenhaft! Wer also den Flammenwerfer als Standardausrüstung bezeichnet, wird sicher Spaß dabei haben, den halben Dschungel in Brand zu setzen. Denn ein kleiner Brand bleibt in Far Cry 3 selten klein. Selbst in unbewohnten Dörfern lodern die Holzhütten nur vor sich hin.
In der Soundabteilung wurde jedoch meiner Meinung nach geschlampt. Klar, Explosionen und Schüsse knallen aus den Boxen in hoher Qualität, aber die deutsche Synchronisation ist stellenweise katastrophal. Speziell in Nebenmissionen fragt man sich, ob da Synchronsprecher aus B-Movies angeheuert wurden. In der Hauptgeschichte geht es noch qualitativ einigermaßen.
Ebenfalls schlimm ist der Soundtrack. Abgesehen von den teilweise angenehmen Hingergrundsongs beim Auto fahren (die sowieso nur leise sind), hört man im Soundtrack oft unspektakuläre Songs, ganz besonders in der Hauptgeschichte. Einige Missionen haben Dubstep-Songs und das ist für mich ein No-Go. Ich will in einem Shooter entweder motivierende und brachiale Musik oder lieber gar keine. Zum Glück rettet der Ritt der Walküren, den man am Ende einmal hören darf, noch einiges.

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Far Cry 3 punktet ganz besonders in den Themen Atmosphäre und Umfang. Wer schwach für offene Welten ist, wird garantiert viel Zeit mit dem Spiel verbringen. Dafür, dass die Spielwelt von Far Cry 3 ziemlich groß ist, kann man sie wirklich nicht als detailarm bezeichnen. Selbst mitten im Dschungel trifft man oft auf Tiere (wie Leoparden, Schweine, Schlangen oder Krokodile), die gehäutet werden können. Damit lassen sich neue Taschen herstellen. Auch Ruinen sind auf der gesamten Insel zu finden, dort gibt es oft Relikte zu erbeuten. Überreste von japanischen Stützpunkten aus dem zweiten Weltkrieg sind ebenfalls keine Seltenheit.
Die Spielwelt ist von Anfang an nahezu komplett zugänglich und im Gegensatz zum Vorgänger gibt es eine wichtige Neuerung: Man wird nicht permanent von Gegnern verfolgt. Gegnerische Lager lassen sich einnehmen und wenn das geschehen ist, sinkt das gegnerische Soldatenaufkommen mit der Zeit immer mehr. Somit hat man auf Dauer nicht permanent gegen Massen zu kämpfen. Außerdem können ähnlich wie in Assassin's Creed Türme erobert werden, damit man die Karte weiter aufdecken kann.

Wenn die Story nicht genug ist, keine Sorge: Es gibt in Far Cry 3 irrsinnig viele Nebenmissionen. Bei Übergabe-Missionen muss man in begrenzter Zeit Ware mit Fahrzeugen überbringen. An Aushangtafeln lassen sich Jagd- oder Mord-Missionen finden. Auch Minigames wie Poker oder Scharfschützen-Herausforderungen sind eine der Nebenbeschäftigungen. Das klingt zwar nach viel Spaß, aber das ist es ehrlich gesagt nur anfangs. Auf Dauer wirkt die Zeit abseits der Story mehr wie ein Fest an Minigames, da sich die meisten Aufgaben zu sehr ähneln.
Für diese Nebenmissionen bekommt Jason Geld (oder beim Plündern von Leichen bzw. Beutekisten) und mit diesen lassen sich Waffen kaufen. Waffen können mit vielen Zusätzen wie neuen Visieren oder größeren Magazinen aufgerüstet werden. Aber auch Beutekarten oder Heilung kann mit Geld gekauft werden.
Gelungen ist auch die Steuerung von Far Cry 3. Zwar sind einige Tastenbelegungen ungewohnt, aber diese lassen sich bequem umstellen. Sonst findet der durchschnittliche Shooter-Spieler seine Befehle dort, wo er sie auch erwartet.

Zuletzt möchte ich noch den Co-Op ansprechen. Auch hier muss ich sagen, dass er gelungen ist. Bis zu vier Spieler können sich in Levels bewegen und die Missionsziele absolvieren. Die Levels sind linear und in keiner offenen Welt, dafür aber ziemlich lang. Teamplay bzw. Konkurrenz stehen im Co-Op definitiv im Vordergrund.
So gibt es einige Herausforderungen, in denen alle Teilnehmer um Punkte kämpfen. Gegner können ähnlich wie im Singleplayer auch markiert werden und das beeinflusst natürlich das Teamplay. Wer also alleine noch nicht genug Spaß hatte, wird mit dem Co-Op sicherlich noch einige zusätzliche schöne Stunden haben.

Insgesamt ein sehr empfehlenswerter und großartiger Shooter, wenn man auf offene Spielwelten steht. Wenn man allerdings in Shootern meistens nur die Story spielt, ist Far Cry 3 nur durchschnittlich.

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Wertung:

Story: 6/10
Grafik: 9/10
Sound: 6/10
Atmosphäre: 9/10
Action: 10/10
Umfang: 10/10
Bedienung & Interface: 9/10
Preis/Leistung: 9/10

85 %
Sur les tombes de nos ancêtres
S'accumulent morne neige et sinistre tristesse
C'est le poids du temps qui défile
Sur notre liberté, là enterrée

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