Chrono Trigger

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C. Shadow
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Chrono Trigger

Beitrag von C. Shadow » So 20. Jul 2014, 22:46

Chrono Trigger

Bild

System: SNES
Genre: Rollenspiel
Entwickler: Square
Publisher: Square
Sprache: Komplett auf Englisch
Release: August 1995
Schwierigkeitsgrad: Leicht bis normal
Preis: ca. 80 bis 100€ (als US-Import auf eBay, nur das Modul)
Anmerkung: DS-Version kostet mittlerweile auch schon ca. 60€ gebraucht.
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Pro:Contra:
+ tiefe Geschichte, die ihrer Zeit voraus war- etwas kurze Spielzeit
+ für SNES-Verhältnisse sehr schöne Optik- hoher Preis
+ überragender Soundtrack
+ tolles und eigenes Kampfsystem
+ grandioser Humor
+ zahlreiche verschiedene Endings
+ Nebenaufgaben gibt es zuhauf
+ angenehme und einfache Bedienung

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Fazit:
Man beginnt das Spiel als Crono, einem Jungen im Jahre AD 1000. Im Moment findet ein Fest statt, das Millennial Fair. Dort lernt Crono eine neue Freundin kennen: Marle. Mit ihr erkundet man das Fest und die neue Attraktion von Lucca, einer Bekannten Cronos. Der Teleporter soll eine Person von einem Ort zu einem anderen bringen. Doch ein eigenartiges Amulett von Marle reagiert mit der Technik des Teleporters und sie wird in Portal gesaugt. Crono und Lucca folgen ihr in das Portal und schon bald fällt ihnen auf: Sie sind in der Zeit gereist. Im Jahre AD 600 stoßen sie auf neue Probleme und Bekannte. Doch das war erst der Anfang.
Im Verlauf der Geschichte besucht man mehrere Zeitzonen, von der Steinzeit bis zur düsteren Zukunft des Planeten. Die Handlung ist für SNES-Verhältnisse zwar nicht überkomplex, aber sehr fesselnd und eigen. Dabei nimmt sich das Spiel nie zu ernst und der Humor kommt in vielen Dialogen nicht zu kurz. Man kann im Übrigen das Spiel an vielen Stellen schon über die Zeitreise zum letzten Boss reisen und ist in der Lage, ein anderes Ende freizuschalten. Auch diverse Ereignisse, die man selbst beeinflussen kann, haben Auswirkungen auf das Ende. Somit gibt es neben Gruppenmitgliedern aus fast allen Zeitzonen (was teilweise ziemlich amüsante Begegnungen garantiert) noch eine Vielzahl an verschiedenen Enden, was den Wiederspielwert immens erhöht.

Optisch gehört Chrono Trigger zu den stärkeren RPGs der Konsole. Im Gegensatz zu den Final Fantasy-Ablegern sind die Charakter-Sprites relativ groß und auch die Hintergründe sind eher klobig. Dadurch entsteht aber ein eigener Grafikstil, der sich sehen lassen kann. Viele Umgebungen sind schön gestaltet und gerade Effekte wie Nebel oder Wasser sehen für ein SNES-RPG grandios aus. Auch Farben spielen in Chrono Triggers Optik eine große Rolle: Die Weltkarten sind z. B. alle sehr unterschiedlich gestaltet in den verschiedenen Zeitzonen. Während AD 1000 relativ farbenfroh ist, ist das Mittelalter AD 600 recht düster.
Ebenfalls hervorzuheben sind die tollen Effekte, die sowohl innerhalb oder außerhalb vom Kampfgeschehen zum Einsatz kommen. Die Zeitportale haben beispielsweise eine "Pseudo"-3D-Animation nach dem Betreten. In der Zukunft kann man ein Rennen fahren, auch das ist in "halbem" 3D gestaltet, was etwas an den Grafikstil von F-Zero erinnert. So viel ich die Grafik auch lobe, ein Manko ist in meinen Augen die sparsame Gestaltung der Innenräume. Sowohl bewohnte Innenräume als auch Dungeons sehen oft sehr ähnlich aus. Das trübt das Gesamtbild zum Glück nur gering.

Eine der großen Stärken des Spiels ist der Soundtrack und allgemein die akustische Untermalung. Für ein 16-bit-Spiel ist die Klangwelt noch heute gut hörbar. Ich könnte jetzt den gesamten Soundtrack analysieren, aber ich erwähne nur mal ein paar der grandiosen Stücke. Da wäre z. B. die epische Main Theme, die einige Male im Spiel auftaucht und eine sehr abenteuerliche Stimmung hinterlässt. In JRPGs dürfen ordentliche Battle Themes natürlich nicht fehlen und da macht Chrono Trigger keine Ausnahme. Einer meiner geheimen Favoriten im Soundtrack ist Silent Light, was man öfter in Städten oder geheimnisvollen Passagen hört.
Um noch die Musik der verschiedenen Zeitzonen hervorzuheben: Derelict Factory ist beispielsweise ein grooviges Stück aus einer Fabrik in der Zukunft, Rhythm of Wind, Sky and Earth die Weltkartenmusik der Steinzeit oder Corridor of Time die Weltkartentheme der magischen Zeitzone 12.000 BC (wohl mein Favorit im gesamten Soundtrack, auch Story-bedingt).
Auch die Soundeffekte sind für die 16-bit-Ära stark, gerade im Kampfgeschehen sind Zaubereffekte oder Angriffe klar zu differenzieren. Man weiß meistens schon nach den Sounds, wer im Kampf am Werke ist.

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Zum spielerischen Aspekt: Chrono Trigger ist trotz der (für damalige Verhältnisse) innovativen Story ein klassisches J-RPG. Wie gewohnt steuert man eine Gruppe aus mehreren Personen, hier sind es drei, wie z. B. auch in Final Fantasy VI. Dialoge, das Sammeln von Hinweisen und jede Menge Nebenmissionen gehören spieletechnisch zum Alltag. Zu guter Letzt erwähne ich natürlich eines der schönsten Dinge im Spiel, nämlich das Kampfsystem.
Wie auch in Final Fantasy VI nutzt Chrono Trigger das ATB-Kampfsystem (Zeitbalken läuft ab -> Aktion kann ausgeführt werden), allerdings ist die Umgebung und die Gruppe deutlich interaktiver. Wenn beispielsweise mehrere Gegner an der selben Stelle auf der Oberfläche stehen, können diese mittels einem Schwertwirbel alle getroffen werden. Das gilt auch für andere Techniken, die beispielsweise eine Linie auf dem Bildschirm treffen oder selten sogar den gesamten Kampfbildschirm. Magie erlernt man später im Spiel, allgemeine Techniken sind von Anfang an bekannt. Einer der großen Pluspunkte des Kampfsytems: Die Kombination aus Techniken und Magie. Egal, welche Gruppenmitglieder man mitnimmt, wenn mehrere von ihnen einen vollen ATB-Balken haben, können sie ihre Kräfte verbünden und eine neue kombinierte Technik anwenden.
Frog und Crono haben z. B. den X-Strike, in dem sie einen Gegner über Kreuz mit ihren Schwertern angreifen. So entsteht eine unglaubliche Vielfalt an Fähigkeiten, die man entdecken und natürlich auch einsetzen kann.
Auch die Bosskämpfe möchte ich an dieser Stelle noch erwähnen. Das Gegnerdesign ist für SNES-Verhältnisse sagenhaft (Akira Toriyama lässt grüßen!) und gerade die Bosskämpfe brauchen oft eigene Taktiken, was selten Langeweile aufkommen lässt.

Langweilig wird es aber auch außerhalb des Kampfes selten. Die Story ist schon spannend genug, selbst neben der Haupthandlung gibt es vor allem später noch irre viel zu entdecken. Nebenmissionen, die viele nützliche Items und Ausrüstungen bringen, sind nicht nur extrem spaßig, sondern geben auch viele Hintergrundinformationen zur Story oder den Charakteren.
Das Reisen durch die Zeitepochen macht das gesamte Abenteuer und die Suche nach Hinweisen natürlich noch anspruchsvoller, aber auch um Einiges reizvoller.

Weiter muss ich noch die Menüführung in Chrono Trigger loben. Alles ist mit passenden Symbolen versehen und man findet sich eigentlich sofort zurecht. Auch die Steuerung ist schnell erlernt. Ein Glück, dass der SNES-Controller nicht zu viele Tasten hat. Wenn man sich aber andere "Perlen" auf der Konsole anschaut, konnte man damals schon einiges falsch machen. Chrono Trigger macht das nicht im Geringsten: Die Tastenbelegung ist von Anfang an ziemlich intuitiv und selbst das vorhin erwähnte Rennen steuert sich großartig.

Jeder, der sich J-RPG-Fan nennt, muss (!) Chrono Trigger gespielt haben. Für damalige Verhältnisse ist das Spiel seiner Zeit voraus und auch heute macht es noch immens viel Spaß. Zwar ist die Spielzeit mit ~20 Stunden nicht so lang wie andere Genre-Titel, dafür gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Endings, die man sich erspielen kann. Einmaliges Durchspielen ist also fast schon eine Sünde.

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Wertung:

Story: 10/10
Grafik: 9/10
Sound: 10/10
Atmosphäre: 9/10
Kampfsystem: 10/10
Umfang: 9/10
Bedienung & Interface: 10/10
Preis/Leistung: 7/10

93 %
Sur les tombes de nos ancêtres
S'accumulent morne neige et sinistre tristesse
C'est le poids du temps qui défile
Sur notre liberté, là enterrée

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