Ray Bradbury: Fahrenheit 451

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Hirschi
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Ray Bradbury: Fahrenheit 451

Beitrag von Hirschi » Mo 8. Nov 2010, 23:42

Fahrenheit 451
(geschrieben am 04. Dezember 2008)


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Originaltitel: Fahrenheit 451
Genre: Science Fiction, Dystopie
Autor: Ray Bradbury
Erscheinungsjahr: 1953
Länge: 186 Seiten (Auflage von 2008)
ISBN: 3453164121
Sonstiges: Der Titel bezieht sich auf die Temperatur, bei der Papier das Brennen beginnt (232,78 °C). Weiteres nach der Bewertung.

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Handlung:

In diesem dystopischen Roman geht es um den Feuerwehrmann Guy Montag, der in einem Staat unbekannten Datums lebt, in dem es verboten ist, Bücher zu lesen oder sie gar zu besitzen. Dieser totalitäre Staat verbietet es auch, selbstständig zu denken und zu handeln, da dies als eine Störung der Gesellschaft und des sozialen Lebens angesehen wird. Literatur und Kunst gilt hierbei als Auslöser selbstständigen Denkens und versetzt auch in andere Gefühle, die unterdrückt werden. Damit sich niemand langweilt, werden die Menschen permanent von den Medien beschallt, sodass einige sogar Schlaftabletten nehmen müssen, um schlafen zu können. Selbst über den Krieg, in dem sich dieser Staat gerade befindet, wird kaum berichtet und wenn, beachten es die Leute nicht. Die Feuerwehr ist nicht dazu da, Brände zu löschen, sondern sie zu legen - sobald ein Individuum gefunden wird, das liest oder Bücher bei sich hortet, wird das Haus verbrannt.

Montag lebt in diesem monotonen Leben mit seiner Frau Mildred und hat sich so weit es geht angepasst. Eines Tages lernt er die 17-jährige Nachbarin Clarisse kennen, mit der er ab und zu nach Hause geht und die ihm ein paar Fragen stellt, wegen denen Montag sich nach einiger Zeit Gedanken macht, ob er in dieser Welt überhaupt glücklich ist. Nachdem er von ihrem Tod hört und einen weiteren Tod einer Frau mit ansehen muss, die sich mit ihren Büchern zusammen verbrennt, da sie sich nicht unterdrücken lassen will, bekommt Montag Depressionen und echte Zweifel an dem, was er tut. Er beginnt eine Freundschaft mit dem alten Professor Faber und versteckt nun auch Bücher bei sich zu Hause. Jedoch wird er von seiner Frau und deren Freundinnen verraten, als er ihnen Gedichte vorliest, und selbst zur Zielscheibe der Feuerwehr.

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Fazit:

Fahrenheit 451 ist eine ausgezeichnete Dystopie über eine Zukunft, in der die Menschen von selbst aufgehört haben, zu lesen und die wenigen Feinde dieses neuen Lebens sich nicht gewehrt haben, sodass es dazu kommen könnte. Bradbury sagte zwar, dass er mit diesem Roman nur eine Warnung an Desinteresse von Literatur und alleinigem Interesse von Fernsehen aussprechen wollte, jedoch könnte in diesen Roman auch hinein interpretiert werden, was passiert, wenn sich Menschen gegen totalitäre Regime nicht wehren wollen. Zwar fehlen meiner Meinung nach etwas genauere Beschreibungen von den Personen und der Welt, in der sie leben (z.B. wie es dazu kam), allerdings könnte man es auch als Stilmittel bezeichnen, da der Leser alles mit den Augen von Montag sieht, der bis zum Schluss erst am Anfang seines Werdegangs steht. Interessante Geschichte und Zukunftsvision, die sich jeder Fan dieses Genres anschauen sollte.


--> 13/15 Punkten ("sehr gut")

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Interessante Trivia von Wikipedia:

    - Michael Moore, ein amerikanischer Regisseur, wählte den Titel seines Filmes Fahrenheit 9/11 in Anlehnung an Ray Bradburys Werk. Fahrenheit 9/11 sei laut Moore: „The temperature where freedom burns.“ (Die Temperatur, bei der die Freiheit Feuer fängt.) Dies geschah allerdings gegen den Willen von Bradbury. Dieser äußerte sich in einem Interview folgendermaßen: „Michael Moore ist ein dämlicher Drecksack. So denke ich über ihn. Er hat meinen Titel geklaut und die Zahlen ausgewechselt, ohne mich jemals um Erlaubnis zu fragen.“

    - Die Feuerwehr in diesem Science Fiction Roman hat nicht die Aufgabe, Feuer zu löschen, sondern mit Feuer Gefahren abzuwehren. In der englischsprachigen Originalversion bekommen die firemen und die fire brigade endlich die ihrer wörtlichen Bezeichnung entsprechende Aufgabe.

    - In StarCraft, einem Echtzeitstrategiespiel von Blizzard Entertainment, ist eine "Helden"- bzw. "Elite"-Einheit der Terraner nach dem Helden des Romans benannt worden (Guy Montag). Bezeichnenderweise handelt es sich hierbei um eine mit Flammenwerfern ausgerüstete Infanterieeinheit.

    - Im Jahr 1984 wurde ein gleichnamiges Computerspiel in Form eines Textadventures für den Commodore C64 und andere Heimcomputer umgesetzt. Das von Byron Preiss Video Productions, Inc. in Zusammenarbeit mit Ray Bradbury entwickelte Spiel spielt nach den Geschehnissen aus dem Buch. Guy Montag ist hierin ein verfolgter Staatsfeind, der sich verstecken und seine Identität ändern muss, um nicht von der Feuerwehr oder mechanischen Hunden getötet zu werden. Eine große Rolle spielen klassische Literaturzitate, die Montag im Verlauf des Spieles lernt und die ihm Hilfe von anderen Widerstandskämpfern verschaffen. Veröffentlicht wurde das Spiel von Telarium (später umbenannt in Trillium).

    - Im Nachwort einer späteren Auflage erwähnt Bradbury, dass er unbewusst die Namen zweier Personen mit dem Thema Buch und Literatur in Bezug gesetzt habe: Montag ist ein amerikanischer Papierhersteller und Faber ein deutscher Bleistiftproduzent.

    - Die erste Fassung des Romans unter dem Titel The Fire Man schrieb Bradbury 1950 im Keller der Bibliothek der University of California in Los Angeles auf einer Münzschreibmaschine. Er steckte jeweils 10-Centstücke in die Schreibmaschine und schrieb gegen die ablaufende Zeit an. Insgesamt kostete ihn die erste Fassung 9,80 US-Dollar, schreibt Bradbury im Nachwort einer späteren Auflage.

Quelle: Wikipedia
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