Christiane F.: Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

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Hirschi
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Christiane F.: Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

Beitrag von Hirschi » Di 9. Nov 2010, 00:00

Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
(geschrieben am 12. Mai 2009)


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Originaltitel: Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
Genre: Biografie
Autor: Kai Hermann und Horst Rieck
Erscheinungsjahr: 1978
Länge: 333 Seiten (Auflage von 1978)
ISBN: 3570023915
Sonstiges: Das Buch ist die Biografie der Christiane F.

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Handlung:

Die damals 16jährige Christiane F. erzählte ihre Lebensgeschichte den beiden Autoren, die sie auf Tonband aufnahmen und in einem Buch niederschrieben. Mit einem unglaublichen Gedächtnis ausgestattet berichtet Christiane ihre Erlebnisse seit ihrer frühen Kindheit, alles beginnt damit, dass sie mit ihren Eltern, ihrer Schwester und den Haustieren nach der nicht erfolgreichen Idee der Eltern, selbstständig eine Hochzeitsvermittlung zu leiten, in ein Hochhaus in Gropiusstadt, ein Berliner Bezirk in Neukölln, zieht und dort nach einigen einschlägigen Erfahrungen, wie mit Nachbarskindern und Prügel durch ihren Vater und die darauffolgende Scheidung, zum ersten Mal in einem evangelischen Jugendhaus mit Drogen in Kontakt gerät. Anfangs raucht Christiane nur Haschisch und nimmt einige Pillen, später beginnt sie auch LSD und nimmt mit 14 Jahren das erste Mal Heroin. Ihre große Liebe Detlef, 16 Jahre alt und ebenfalls heroinabhängig, versucht zwar, sie davon abzuhalten, kann wegen der eigenen Sucht jedoch nicht viel machen, so dass Christiane nach kurzer Zeit auch körperlich abhängig wird und wie ihr Freund Detlef auf den Kinderstrich des Bahnhof Zoos geht. Das Buch beschreibt dabei ihre Erlebnisse von klein auf und dem ewigen Kampf gegen das Heroin, von dem sie scheinbar niemals loskommt.

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Fazit:

Ich denke, dass dieses Buch von jedem einmal gelesen werden sollte. Es wird gerne dazu verwendet, Kinder von Drogen abzuhalten und kann auch gut als Abschreckung angesehen werden. Zwar erscheint der Erzählstil von Christiane sehr kühl und distanziert, was viele kritisieren, da einige keine Sympathie und kein Mitgefühl für sie empfinden können, jedoch kommt in den Beschreibungen sehr deutlich hervor, dass Christiane es wirklich für falsch hielt und vieles bereut, was sie getan hat. Besonders interessant ist, dass im Buch neben Christianes Erzählungen auch andere zu Wort kommen, wie ihre Mutter, diverse Lehrer oder Polizisten, sogar der Pfarrer der evangelischen Jugendgemeinde. In der Mitte des Buches gibt es auch einige Fotos von Christianes Umfeld, auch Bilder von ihren Freunden, die ebenfalls an der Nadel hingen und dabei sogar gestorben sind (die jüngste Drogentote Berlins war eine ihrer besten Freundinnen) sind dabei. "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" ist auf jeden Fall ein Buch, das von allen Altersgruppen ab ca. 12 aufwärts gelesen werden kann und selbst wenn das Erscheinungsdatum schon etwas her ist, unterhält und belehrt es noch damals wie heute. Der einzige negative Punkt ist das recht offene und kaum erklärendes Ende.


--> 13/15 Punkten ("sehr gut")
I chose the language of gratitude

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