Philip K. Dick: Das Orakel vom Berge

Antworten
Benutzeravatar
Hirschi
Administrator
Administrator
Beiträge: 14382
Registriert: Sa 30. Okt 2010, 21:00
Geschlecht: weiblich
Lieblingsspiel: SH, TR, MGS, GTA, AW, DP, K7..
Spielt gerade: Adventures
Wohnort: Funky Town
Kontaktdaten:

Philip K. Dick: Das Orakel vom Berge

Beitrag von Hirschi » Fr 3. Jun 2011, 15:59

Das Orakel vom Berge


Bild

Originaltitel: The Man in the High Castle
Autor: Philip K. Dick
Genre: Science Fiction, Dystopie, Alternativweltgeschichte
Erscheinungsjahr: 1962
Länge: 352 Seiten (Auflage von 2009, Heyne)
ISBN: Neu: 9783453522725
Sonstiges: Das "Buch der Wandlungen" namens I Ging gibt es tatsächlich und der Autor benutzte es, um den Fortlauf der Geschichte zu bestimmen.

_____________________________________________________

Handlung:

In diesem Roman besteht die Rahmenhandlung darin, dass Deutschland und Japan den Zweiten Weltkrieg im Jahr 1947 gewannen und die Welt unter sich aufteilten. Während der westliche Bereich der USA bis zu den Rocky Mountains von den Japanern beherrscht wird, besetzt Deutschland die östliche. Adolf Hitler befiel die Syphilis und Martin Bormann ist der neue Reichskanzler. Die Nazis sind dabei, den Weltraum zu erforschen, haben das Mittelmeer bereits trocken gelegt und sind dabei, die schwarze Bevölkerung Afrikas komplett auszulöschen, während sich Juden diversen Gesichtsoperationen unterziehen, um nicht als solche erkannt und gejagt zu werden. Die Japaner haben der Weltbevölkerung das I Ging aufgezwungen, "das Buch der Wandlungen", die von jedem Bewohner als Orakel für die unterschiedlichsten Lebenssituationen benutzt werden.

In der Geschichte geht es um verschiedene Protagonisten, die alle in den von Japan beherrschten USA leben und irgendwie, mehr oder weniger miteinander zu tun haben, obwohl sich manche gar nicht kennen. Während wir durch den deutschen Agenten Rudolf Wegener etwas von der Politik erfahren, sehen wir durch den Antiquitätenladenbesitzers Robert Childan mehr vom Leben und der Gesellschaft. Er hat einen ambivalenten Charakter; einerseits ist er fasziniert von seinen japanischen Mitmenschen und deren Kultur, andererseits entwickelt er einen sehr starken Nationalsstolz und hat rassistische Gedanken. Mr. Tagomi, Leiter der japanischen Handelskommission, schwankt zwischen der buddhistischen Welt, in der er aufgewachsen ist, und dem heutigen, modern amerikanischen Umfeld. Frank Frink, ein Jude, der sich einer Gesichtsoperation unterzog, fälscht mit seinem Partner Antiquitäten und will sie an Childan loswerden.
Frinks Ex-Frau Juliana ist eine sehr schöne und kluge, dafür auch geistesgestörte Frau, immer auf der Suche nach neuen Männern. Von ihrem aktuellen Liebhaber Joe Cindella erfährt sie vom Buch "Die Plage der Heuschrecke", in der der Autor Hawthorne Abendsen eine Welt beschreibt, die nicht von Deutschen und Japanern regiert wird (und das von den Nazis verboten wurde). Laut Klappentext wohnt er in einem zu einer Festung ausgebauten Haus, zu dem Juliana hinfahren möchte.

_____________________________________________________

Fazit:

Was wäre, wenn Deutschland den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätte? Dieser Roman liefert uns eine von vielen möglichen Antworten. Trotz dem anscheinend schweren Thema verschont uns der Autor mit zu viel Politik und Kriegsstrategie und hat es geschafft, eine interessante Geschichte voller vielfältiger Charaktere zu schreiben. Wir erfahren mehr über die vorherrschende Gesellschaft und die Entwicklung der Geschehnisse, auch die Charaktere werden näher beleuchtet. Das Universum ist so groß, eigentlich hätte Dick ewig daran schreiben können.

Das Ende bzw. die "Auflösung" ist unheimlich überraschend und interessant. Und ziemlich abgefahren. Typisch Dick!!
I chose the language of gratitude

Benutzeravatar
adventureFAN
Bambis Mama
Bambis Mama
Beiträge: 2529
Registriert: So 31. Okt 2010, 00:13
Geschlecht: männlich
Lieblingsspiel: The Witcher 3: Wild Hunt
Kontaktdaten:

Re: Philip K. Dick: Das Orakel vom Berge

Beitrag von adventureFAN » Fr 3. Jun 2011, 16:10

Ich hab bisher ja nur einen Dick gelesen, aber ich hab schon direkt gemerkt das der Gute nicht kleckert sondern klotzt.
Scheint bei dem Buch wohl auch wieder der Fall zu sein. Zudem ist es ja auch sehr interessantes Thema... wer hat nicht mal an so eine Situation gedacht?
Wie viele andere seiner Bücher, ist auch dieses filmreif... wundert mich das es noch nicht verfilmt wurde oder wurde es? oO

Ich werde das Buch auf jedenfall mal lesen. Genauso wie andere Bücher von Dick.
Aber erst mal muss ich die Dunkle Turm-Saga beenden ^^"
Bild

Benutzeravatar
Hirschi
Administrator
Administrator
Beiträge: 14382
Registriert: Sa 30. Okt 2010, 21:00
Geschlecht: weiblich
Lieblingsspiel: SH, TR, MGS, GTA, AW, DP, K7..
Spielt gerade: Adventures
Wohnort: Funky Town
Kontaktdaten:

Re: Philip K. Dick: Das Orakel vom Berge

Beitrag von Hirschi » Fr 3. Jun 2011, 16:33

Verfilmt wurde es tatsächlich nicht. Bin aber doch froh drum :lol:

Einen Film daraus zu machen, stelle ich mir eh sehr schwer vor. Eine Serie bzw. eine Mini-Serie würde sich da besser eignen, aber das wird wohl nie so sein. Wobei ich mir auch sehr gut ein Adventure vorstellen könnte!
I chose the language of gratitude

Antworten